PREIS DER FILMKRITIK BEIM FILMFEST HAMBURG 2026 VERGEBEN

Vom 24. September bis 3. Oktober fand zum 34. Mal das Filmfest Hamburg statt. Seit 2018 wird in Kooperation mit dem Verband der deutschen Filmkritik beim Festival der Preis der Filmkritik vergeben.

Der undotierte Preis ging in diesem Jahr an den philippinischen Film Let Us Through, Dear Ancestors  (Makikiraan Po) von Lav Diaz, der im September seine Weltpremiere außer Konkurrenz bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig hatte und jetzt beim Filmfest Hamburg in der Sektion Asiascope zu sehen war.

Let Us Through, Dear Ancestors (Makikiraan Po). Foto © sine olivia pilipinas

Der Preis der Filmkritik beim Filmfest Hamburg 2026 geht an:

Let Us Through, Dear Ancestors

(Makikiraan Po)

Philippinen 2026

Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Szenenbild: Lav Diaz

Darsteller: Bart Guingona, Isabel Sandoval

Inhalt:

Unter schwelender Spannung überkreuzen sich Kolonialgeschichte und Verwandtschaftskonflikte, während eindrucksvolle schwarzweiße Bildwelten über den Protagonist*innen zu kollabieren drohen. Im Jahre 1617 herrscht der spanische Mönch Padre Enciso mit unerbittlicher Härte über die einheimische Bevölkerung einer philippinischen Insel. Er beauftragt seinen Sohn, den Marmor für den Bau einer neuen Kirche von der Küste ins Herz des Dschungels zu transportieren. Während dessen Trupp sich den erbarmungslosen Angriffen des Banditen Baribari ausgesetzt sieht, opponiert eine Heilerin gegen die Herrschaft von Padre Enciso und langsam spitzt sich der Zorn der Unterdrückten zu.

Let Us Through, Dear Ancestors (Makikiraan Po). Foto © sine olivia pilipinas

Begründung der Jury:

„Dieser Film hat uns die ganze Woche über begleitet. Wir bewundern seine erzählerische Souveränität und den Mut zur Auslassung: eine Dramaturgie, die das Off mitdenkt. Die flirrende Textur der Bilder lässte eine sinnlich konkrete und eigentümlich undurchdringliche Welt entstehen. In der dichten Verflechtung von Kolonialismus, Patriarchat und Christianisierung werden die Mechanismen der systemischen Unterdrückung der indigenen Bevölkerung sichtbar. Über distanzierte Einstellungen erzählt, ist uns dieses antikolonialistische Epos sehr nahe gegangen.“

Über den Preis der Filmkritik entschieden in diesem Jahr die Filmkritiker*innen Friederike Horstmann (Perlentaucher/Cargo/kolik.film), Nele S. Kaiser (Nowhen/Jugend ohne Film) und Danny Marques Marçalo (NDR).

Die Jury: Nele S. Kaiser, Danny Marques Marçalo, Friederike Horstmann. Foto © Michael Kottmeier