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Verband der deutschen Filmkritik e.V. https://www.vdfk.de Fri, 02 Jul 2021 06:58:21 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.1 Ausschreibung Siegfried Kracauer Preis 2021 https://www.vdfk.de/ausschreibung-siegfried-kracauer-preis-2021-3210 Fri, 02 Jul 2021 09:00:01 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3210 Weiterlesen ]]> Preisverleihung auf dem Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig in Sachsen | Bewerbungsschluss für den Siegfried Kracauer Preis ist der 1. September 2021 

Bereits zum achten Mal wird der Siegfried Kracauer Preis ausgeschrieben. In Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFK) vergeben die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Film- und Medienstiftung NRW und die Mitteldeutsche Medienförderung MDM gemeinsam den insgesamt mit 15.000 Euro dotierten Preis für deutschsprachige Filmkritik. Die nach dem herausragenden Autor und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung von DOK Leipzig am 30. Oktober 2021 verliehen.

Ab sofort können sich Filmkritikerinnen und Filmkritiker aus dem deutschsprachigen Raum um den Preis für die Beste Filmkritik sowie für ein Stipendium bewerben.

Der Preis für die Beste Filmkritik ist mit 3.000 Euro dotiert; für ihn können Kritiken aus dem in den Regularien benannten Ausschreibezeitraum eingereicht werden. Das mit 12.000 Euro ausgestattete einjährige Stipendium verbindet sich mit einer mehrteiligen, recherchebasierten Essayreihe zum Thema „Zukunft des Kinos“. Darüber hinaus werden im Rahmen des Stipendiums regelmäßig Blogbeiträge zu freien Themen verfasst. Medienpartner für die Publikation der im Rahmen des Stipendiums entstandenen Texte ist der renommierte „Filmdienst“(www.filmdienst.de). Bewerbungsschluss für den Siegfried Kracauer Preis 2021 ist der 1. September 2021. Eine gemeinsam von den Preispartnern berufene unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe der Preise.
Unter www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen und die Bewerbungsmodalitäten bereit.

Kontakt:
VdFK e.V.
Dunja Bialas
Tel: 0179-28 40 279
kracauer@vdfk.de

Film- und Medienstiftung NRW
Tanja Güß, Erna Kiefer
Tel.: 0211-930 50 23 / 22
presse@filmstiftung.de

MFG Filmförderung Baden-Württemberg
Alexandra Leibfried
Tel: 0711-90715407
leibfried@mfg.de
 
Mitteldeutsche Medienförderung (MDM)
Dr. Ulf Lepelmeier
0341/2698714
ulf.lepelmeier@mdm-online.de
Hier finden Sie die Regularien!
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Ein Anschlag auf die kulturelle Filmförderung – und weit und breit keine Strategie https://www.vdfk.de/ein-anschlag-auf-die-kulturelle-filmfoerderung-und-weit-und-breit-keine-strategie-3159 Tue, 25 May 2021 08:54:46 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3159 Weiterlesen ]]> Im Juli 2021 sollen die Richtlinien der Kulturellen Filmförderung novelliert werden. Kurz vorher hat die BKM Branchenverbände eingeladen, zu den derzeitigen Richtlinien und geplanten Änderungen Stellung zu nehmen. Die „Initiative Zukunft Kino+Film“, der der Verband der deutschen Filmkritik e.V. angehört, kritisiert die Novelle und das Vorgehen.

Offener Brief an die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Prof. Grütters,
Sehr geehrter Herr Dr. Jan Ole Püschel,
Sehr geehrte Frau Schauz,

herzlichen Dank für Ihren Brief vom 03.05. und Ihre Einladung, Stellung zu nehmen.

Die „Initiative Zukunft Kino+Film“ begreift die Filmförderung ganzheitlich und vermisst eine längerfristige Perspektive. Eine Stellungnahme zur Novellierung der Kulturellen Filmförderung erscheint uns unter den gegebenen Voraussetzungen nicht zielführend.

Insbesondere der Vorstoß der BKM, die kulturelle Filmförderung auszuhöhlen und die Stoffentwicklung für Dokumentarfilme zu streichen, ist ein Affront gegen jede konstruktive Zusammenarbeit mit den deutschen Filmschaffenden.

Grundsätzlich begrüßen wir, dass die BKM sich erstmals bereit erklärt, die Filmbranche zu diesem Thema anzuhören. Ihr Vorschlag zu Zeitablauf und Verfahren ist allerdings inakzeptabel. Dass die BKM den Verbänden, Initiativen und Institutionen zur Abgabe von schriftlichen Stellungnahmen einen Vorlauf von nur wenigen Arbeitstagen einräumt, spricht weder für Neugier auf differenzierte Auskünfte, noch für ein aufrichtiges Bemühen um Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Zudem werden bereits im Juli die Richtlinien erneuert. Wie sollte in diesem knappen Zeitraum denn ein ernsthafter Novellierungsprozess unter Berücksichtigung der Stellungnahmen überhaupt möglich sein?

Ihr schnelles Vorgehen hinterlässt den Eindruck, dass die BKM nur „auf Sicht“ handelt, ohne nachhaltige Ergebnisse erzielen zu wollen. Beziehen Sie die Branche nur pro forma ein? Soll es hingegen um die Sache, also um grundlegend verbesserte Förderstrukturen gehen, müsste die Filmförderung insgesamt in ihrer jetzigen Gestalt auf den Prüfstand gestellt und neu organisiert werden, anstatt auch in der größten Krise des deutschen Kinos der letzten 70 Jahre wieder nur an kleinen Stellschrauben der vorhandenen, unzureichenden Richtlinien zu drehen.

Wir begrüßen und teilen Ihre Einschätzung, dass die Zug- und Strahlkraft des deutschen Films verbessert werden sollte. Dem ist aber nicht durch bloße Verschiebung der ohnehin zu geringen Mittel der kulturellen Filmförderung beizukommen. Nein: Ihre zutreffende Einschätzung verlangt eine grundlegende Infragestellung der bisherigen Filmförderung. Stattdessen freut sich Ihr Referat in der Zwischenbilanz der Kulturellen Filmförderung über die Erfolge in einem selbstreferentiellen System: Die von der BKM geförderten Projekte erhalten Auszeichnungen beim von der BKM gestifteten Deutschen Filmpreis und werden auf der von der BKM maßgeblich finanzierten Berlinale uraufgeführt. Sind dies die wichtigsten Erfolgskriterien der BKM für deutsche Filme?

Der deutsche Film braucht eine neue Gesprächskultur, die Widersprüche aushält. Der deutsche Film braucht partnerschaftliches Agieren aller Teile der Branche.

Wir setzen uns für ein Modell ein, das künstlerische Wagnisse ermöglicht. Eine genaue Untersuchung der durch die Pandemie beschleunigten Marktveränderungen sowie der Wirksamkeit der Filmfördermechanismen zur Unterstützung von künstlerisch-kulturellen Erfolgen ist hierfür angebracht. Wir unterstützen daher die Forderung nach einer unabhängigen Studie zur Evaluation der gegenwärtigen Lage und zur Praxis der Filmförderung, deren Zielsetzung und Kriterien unter Einbezug der ganzen Filmbranche etabliert werden. Vor diesem Hintergrund ist es dringend nötig, dass die BKM sich in ihrer Struktur und ihrem Vorgehen Prinzipien von Transparenz und Chancengleichheit verschreibt.

Wir freuen uns gleichwohl auf die Fortsetzung der Gespräche!

Mit freundlichen Grüßen

Die Initiative Zukunft Kino+Film

AG Kurzfilm
Bundesverband kommunale Filmarbeit
Bundesverband Regie
Crew United
Hauptverband Cinephilie
Verband der deutschen Filmkritik
Zukunft deutscher Film

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Nachruf auf Hans Schifferle, Filmkritiker aus Leidenschaft https://www.vdfk.de/nachruf-auf-hans-schifferle-filmkritiker-aus-leidenschaft-3130 Mon, 05 Apr 2021 10:06:52 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3130 Weiterlesen ]]> Nachruf von Daniel Kothenschulte, mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Vielleicht war Hans Schifferle der einzige bekannte Filmkritiker, der nie im Leben mit gewetztem Messer einen Verriss geschrieben hat. Man konnte sich nicht vorstellen, dass er sich aus Wut oder Enttäuschung derart in Rage hätte schreiben können. Seine Liebe zum Kino war über solch flüchtige Reflexe erhaben. Um es mit dem Pathos klassischer amerikanischer Songs zu formulieren, das er meisterlich in seine Texte schummelte: Das Kino hat mit dem Tod des Münchners einen seiner treuesten Liebhaber verloren.

Hans Schifferle schrieb seine besten Texte über das Verkannte im vermeintlich Bekannten: Über Hollywoods Genrefilme und B-Pictures, deren fast vergessenen Nebendarstellerinnen und -darsteller er mit punktgenauen Charakterisierungen lebendig hielt. Was das deutsche Kino betraf, schrieb er über die letzten Mavericks in einem ansonsten von den Vorlieben von Fernsehen und Förderung vernebelten Land. Junge Filmschaffende entdeckte er bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen. Neben der österreichischen Viennale war es sein liebstes Festival – in sicherer Entfernung von der glamourverliebten Filmwirtschaft und staatstragenden Filmpolitik.

Grundlagenforschung leistete er im filmhistorisch kaum erschlossenen Terrain der kurzlebigen Porno-Avantgarde der 60er und 70er – als die Vorspultaste des Videorekorders noch nicht den kunstvollen Dramaturgien den Krieg erklärt hatte. Für Schifferle gab es eine Beziehung zwischen analogem Filmmaterial und einem Überschuss an Sinnlichkeit, den er stets aufzudecken wusste. Aber auch in Klassikern entdeckte er einen verborgenen Mehrwert wahrer Avantgarde. In seinen liner notes zu einer DVD nennt er Blake Edwards’ Komödie „Der Partyschreck“ einen „der wenigen echten Experimentalfilme aus Hollywood. Eine Studie der Auflösung, ein Happening der Destruktion aus dem Geiste des Slapstick, von Edwards in Szene gesetzt als gewagte Bild- und Toncollage, als Selbstreflexion auch über Hollywood und das Filmemachen“.

1957 in München geboren liebte Schifferle seine Heimatstadt als Schauplatz der frühen Filme von Rudolf Thome, May Spils und Werner Enke, Marran Gosov, Roger Fritz oder Klaus Lemke. Selten in der deutschen Filmgeschichte fielen Kunst und Unterhaltung so glücklich zusammen, und Schifferle schien diesen Geist zu leben.

Wenn man sich mit ihm verabredete, kam er auf einer Ducati aus seiner beeindruckenden Motorradsammlung. Der frühe Tod des Vaters gab ihm einen Hauch Melancholie, das Erbe bescherte ihm aber auch eine in unserem Beruf seltene Unabhängigkeit: Auch wenn Hans Schifferle vielleicht nie ein böses Wort über einen Film geschrieben hat, hätten sich doch alle PR-Strategen der Filmwirtschaft die Zähne an ihm ausgebissen. Niemand hätte von ihm einen Text bekommen, den er nicht wirklich schreiben wollte. Nach langer Krankheit ist Hans Schifferle in München verstorben.

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Preis der deutschen Filmkritik 2020 für „Giraffe“ / Ehrenpreis für Tamara Trampe https://www.vdfk.de/preis-der-deutschen-filmkritik-2020-fuer-giraffe-ehrenpreis-fuer-tamara-trampe-3105 Mon, 22 Feb 2021 09:00:37 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3105 Weiterlesen ]]> Die Preise der deutschen Filmkritik 2020 stehen fest. Der Verband der deutschen Filmkritik zeichnet „Giraffe“ von Anna Sofie Hartmann als besten Spielfilm des Jahres aus. Bester Dokumentarfilm ist „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ von Yulia Lokshina, bester Kinderfilm „Zu weit weg“ von Sarah Winkenstette. Von den sechs Preisen, die an Filme vergeben werden, gehen fünf an Regisseurinnen. Die Dokumentarfilmerin Tamara Trampe wird für ihr Lebenswerk geehrt.

Giraffe (Foto © Grandfilm)

Berlin, 22. Februar 2021

Am heutigen Montag gibt der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) die Verleihung der Preise der deutschen Filmkritik in 12 Kategorien bekannt. Zum besten Spielfilm des Jahres 2020 küren die Kritiker*innen „Giraffe“ von Anna Sofie Hartmann. Der zweite Langspielfilm der aus Dänemark stammenden, in Berlin lebenden Regisseurin spielt im deutsch-dänischen Grenzgebiet und beschäftigt sich mit Fragen der Migration, der Herkunft und des Zusammenwachsens Europas.

Zum Besten Kinderfilm wird „Zu weit weg“ von Sarah Winkenstette gekürt, den Preis für den Besten Dokumentarfilm nimmt Yulia Lokshina für „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ entgegen. Tom Otte gewinnt für seinen Kurzfilm „For Reasons Unknown“; als bester Experimentalfilm wird „Untitled Sequence of Gaps“ von Vika Kirchenbauer ausgezeichnet.

Mit dem Preis für das beste Spielfilmdebüt wird Melanie Waelde für „Nackte Tiere“ ausgezeichnet. Der Preis für das beste Drehbuch geht an Ulrich Köhler und Henner Winckler für „Das freiwillige Jahr“. Mit den Darstellerpreisen werden Nina Hoss für „Das Vorspiel“ und „Pelikanblut“, sowie Mišel Matičević für seine Darstellung in Visar Morinas „Exil“ ausgezeichnet. Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“ wird mit zwei Preisen geehrt: Dascha Dauenhauer für die beste Musik und Philipp Thomas für die beste Montage. Mit dem Preis für die beste Kamera wird Martin Neumeyer für seine Arbeit an Leonie Krippendorffs „Kokon“ ausgezeichnet.

Tamara Trampe (Foto: privat)

Mit dem Ehrenpreis zeichnet der Verband der deutschen Filmkritik 2020 Tamara Trampe aus. Mit ihren vier Dokumentarfilmen hat Tamara Trampe – zusammen mit ihrem Regiepartner und Kameramann Johann Feindt – ein Werk geschaffen, das in seiner moralischen Komplexität, seiner Schonungslosigkeit, aber auch Empathie gegenüber seinen Protagonisten einzigartig ist.

Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder das komplexe Verhältnis zwischen Individuum und den übergeordneten historischen Ereignissen und Umständen, denen es ausgeliefert ist – zu deren Instrument es aber auch werden kann. Wie etwa der Stasi-Offizier Jochen Gierke, der in Trampes Debüt „Der schwarze Kasten“ (1992) seine Verstrickung in ein Überwachungsregime zu rechtfertigen sucht. Der mit einem Grimme-Preis ausgezeichnete „Weiße Raben – Alptraum Tschetschenienkrieg“ (2005) zeigt, wie der Krieg das Leben junger Menschen zerstört, wie aber auch aus Opfern Täter werden. Ihr poetischster Film „Wiegenlieder“ (2010) spürt anhand der Schicksale verschiedener Berliner den Bruchlinien verworrener Schicksale nach. Mit ihrem persönlichsten Film „Meine Mutter, ein Krieg und ich“ (2014) wendet sich Trampe der Geschichte ihrer Mutter und der eigenen Geburt im Kriegswinter 1942 zu.

Neben ihrer Tätigkeit als Filmemacherin arbeitet Trampe seit Jahrzehnten als Dramaturgin, zunächst über zwanzig Jahre im DEFA-Studio für Spielfilme, später freiberuflich. Außerdem prägte sie als Dozentin an verschiedenen Filmhochschulen den deutschen Filmnachwuchs.

Die Verleihung des Ehrenpreises an Tamara Trampe soll im Sommer, voraussichtlich kurz vor der Juni-Berlinale, physisch stattfinden, mit Gästen und Laudator*innen, begleitet von einer Filmvorführung im Kino.

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik .

Das Pressedossier mit den Jurybegründungen zum Download.


PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2020

Bester Spielfilm
Giraffe (Anna Sofie Hartmann)

Bestes Spielfilmdebüt
Nackte Tiere (Melanie Waelde)

Bester Dokumentarfilm
Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit (Yulia Lokshina)

Bester Kinderfilm
Zu weit weg (Sarah Winkenstette)

Bester Kurzfilm
For Reasons Unknown (Tom Otte)

Bester Experimentalfilm
Untitled Sequence of Gaps (Vika Kirchenbauer)

Beste Darstellerin
Nina Hoss (Das Vorspiel & Pelikanblut)

Bester Darsteller
Mišel Matičević (Exil)

Bestes Drehbuch
Ulrich Köhler & Henner Winckler (Das freiwillige Jahr)

Beste Bildgestaltung
Martin Neumeyer (Kokon)

Beste Musik
Dascha Dauenhauer (Berlin Alexanderplatz)

Beste Montage
Philipp Thomas (Berlin Alexanderplatz)

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Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2020 stehen fest https://www.vdfk.de/nominierungen-fuer-den-preis-der-deutschen-filmkritik-2020-stehen-fest-3082 Wed, 27 Jan 2021 09:00:17 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3082 Weiterlesen ]]>  „Berlin Alexanderplatz“, „Exil“, „Kokon“, „Giraffe“ und „Nackte Tiere“ Favoriten für den Preis der deutschen Filmkritik 2020

Auch wenn das Kinojahr 2020 wie alle Bereiche der Gesellschaft durch die Corona-Pandemie eingeschränkt war, brachte das Jahr gerade für den deutschen Film manche Höhepunkte mit sich.

Mit sechs Nominierungen führt Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“ die Nominierungsliste des diesjährigen Preises der deutschen Filmkritik an. Fünf Nominierungen erhielt Melanie Waeldes Debütfilm „Nackte Tiere“, mit jeweils vier Nominierungen gehen Visar Morinas „Exil“ und Leonie Krippendorffs „Kokon“ ins Rennen um die Preise. Als fünfter Film für den Hauptpreis als Bester Spielfilm nominiert ist Anna Sofie Hartmanns „Giraffe“.
Darüber hinaus wurden Filme von Ulrich Köhler und Henner Winckler, Ina Weisse,Katrin Gebbe, Michael Venus und Oskar Roehler in zwölf Kategorien nominiert. Die insgesamt 45 Nominierungen verteilen sich auf 28 Filme.

Auch in diesem Jahr vergibt der Verband der Deutschen Filmkritik einen Ehrenpreis, der in diesem besonderen Jahr erst zusammen mit den Gewinner*innen bekannt gegeben wird.

Der Preis der deutschen Filmkritik wird seit mehr als 60 Jahren vom Verband der deutschen Filmkritik verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird. Er richtet sich weder nach wirtschaftlichen, regionalen noch politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Der Preis wird in 12 Kategorien an deutsche Filme vergeben, die im vorhergehenden Kalenderjahr in den Kinos bzw. auf Festivals zu sehen waren.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet in diesem Jahr keine physische Preisverleihung statt, die Gewinner*innen werden stattdessen am 22. Februar 2021 per Pressemitteilung bekannt gegeben.

Die Nominierungen im Einzelnen:

BESTER SPIELFILM
Berlin Alexanderplatz (Burhan Qurbani)
Exil (Visar Morina)
Giraffe (Anna Sofie Hartmann)
Kokon (Leonie Krippendorff)
Nackte Tiere (Melanie Waelde)

BESTES SPIELFILMDEBÜT
Futur Drei (Faraz Shariat)
Nackte Tiere (Melanie Waelde)
Sag du es mir (Michael Fetter Nathansky)
Schlaf (Michael Venus)
Sebastian springt über Geländer (Ceylan Ataman-Checa)

BESTE DARSTELLERIN
Jella Haase (Kokon & Berlin Alexanderplatz)
Nina Hoss (Das Vorspiel & Pelikanblut)
Lisa Loven Kongsli (Giraffe)
Marie Tragousti (Nackte Tiere)
Lena Urzendowsky (Kokon)

BESTER DARSTELLER
Oliver Masucci (Enfant Terrible)
Mišel Matičević  (Exil)
Benjamin Radjaipour (Futur Drei)
Sebastian Rudolph (Das freiwillige Jahr)
Albrecht Schuch (Berlin Alexanderplatz)

BESTES DREHBUCH
Thomas Friedrich & Michael Venus (Schlaf)
Anna Sofie Hartmann (Giraffe)
Ulrich Köhler & Henner Winckler (Das freiwillige Jahr)
Visar Morina (Exil)
Michael Fetter Nathansky (Sag du es mir)

BESTE BILDGESTALTUNG
Yoshi Heimrath (Berlin Alexanderplatz)
Fion Mutert (Nackte Tiere)
Martin Neumeyer (Kokon)

BESTE MUSIK
Dascha Dauenhauer (Berlin Alexanderplatz)
Benedikt Schiefer (Exil)
Jan Günther & Jakob Hüffell & Säye Skye (Futur Drei)

BESTE MONTAGE
Philipp Thomas (Berlin Alexanderplatz)
Silke Olthoff (Schlaf)
Ruth Schönegge (Sunburned)

BESTER DOKUMENTARFILM
Becoming Black (Ines Johnson-Spain)
Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist (Sabine Herpich)
Oeconomia (Carmen Losmann)
Perro (Lin Sternal)
Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit (Yulia Lokshina)

BESTER KINDERFILM
Into the Beat (Stefan Westerwelle)
Max und die wilde 7 (Winfried Oelsner)
Zu weit weg (Sarah Winkenstette

BESTER KURZFILM
Dunkelfeld (Marian Mayland & Patrick Lohse & Ole-Kristian Heyer)
For Reasons Unknown (Tom Otte)
Ganze Tage zusammen (Luise Donschen)

BESTER EXPERIMENTALFILM
A.I. is the Answer – What was the Question? (Christian von Borries)
[Bordeaux], ma bile (Oliver Bassemir)
Untitles Sequence of Gaps (Vika Kirchenbauer)

Die Jurys 2020 setzen sich wie folgt zusammen:

SPIELFILM/EINZELLEISTUNGEN
Till Kadritzke
Anne Küper
Cosima Lutz
Michael Meyns
Rüdiger Suchsland

KINDERFILM
Axel Timo Purr
Christel Strobl
Rochus Wolff

DOKUMENTARFILM
Matthias Dell
Bettina Hirsch
Peter Kremski

KURZFILM
Ricardo Brunn
Malik Berkati
Hannes Wesselkämper

EXPERIMENTALFILM
Dunja Bialas
Frédéric Jaeger

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Online-Podium: Die Reaktion der Redaktionen: Filmkritik in der Digitalisierungswelle https://www.vdfk.de/online-podium-die-reaktion-der-redaktionen-filmkritik-in-der-digitalisierungswelle-3068 Mon, 18 Jan 2021 10:44:43 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3068 Weiterlesen ]]> Der Verband der deutschen Filmkritik lädt ein zum Online-Gespräch im Rahmen des Festivals Max Ophüls Preis.

Film-Streaming, Online-Festivals und die Kinos immer noch zu: Wie reagiert die Filmkritik auf eine sich verändernde Kultur? Ein Gespräch mit Vertreter*innen von Feuilletons und Kultur-Redaktionen über technische Beschleunigung, vorübergehende Intermezzi, nachhaltige Chancen und unwiederbringlichen Verlust. Im Mittelpunkt die Frage, welche Perspektiven sich ergeben für 2021 und danach.

Filmfestival Max Ophüls Preis 2021
Samstag, 23. Januar 2021 – 14–15 Uhr
https://ffmop.de/das_festival/events_2021
https://ffmop.de/branche/mop_industry_2021/die_reaktion_der_redaktionen

Direkter Link zum Panel:
https://us02web.zoom.us/j/84971548239?pwd=M0R2amx0TEIySWdzaGFUTVJDdGYvUT09

Weitere Zugangsmöglichkeiten per Telefon:
Ortseinwahl suchen: https://us02web.zoom.us/u/kfhzrHdwN
Meeting-ID: 849 7154 8239
Kenncode: 170418


Es diskutieren:
Tim Caspar Boehme, „tageszeitung“
Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“
Daniel Kothenschulte, „Frankfurter Rundschau“
Verena Lueken, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“

Moderation: Dunja Bialas (Sprecherin VdFk)

Sie haben die Möglichkeit, online am Gespräch teilzunehmen und Ihre Fragen an unsere Podiumsgäste zu richten.

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Siegfried Kracauer Preis 2020 https://www.vdfk.de/siegfried-kracauer-preis-2020-3054 Thu, 12 Nov 2020 09:00:39 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3054 Weiterlesen ]]> Mit dem Siegfried Kracauer Preis wird die Arbeit von Filmkritiker*innen und Filmjournalist*innen gewürdigt.  Der nach dem herausragenden Autor und Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Preis wird 2020 erstmalig als Podcast verliehen.
Die Film- und Medienstiftung NRW, die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Mitteldeutsche Medienförderung MDM vergeben in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFK) zum 7. Mal den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Preis für Filmkritik und ein Jahresstipendium.
Eine dreiköpfige unabhängige Fachjury, zusammengesetzt aus Vertreter*innen der Sparten Produktion, Kreation und Kritik, beschied in einer gemeinsamen Sitzung über die Preisvergabe. Die Jury bestand 2020 aus der Regisseurin und Filmproduzentin Melanie Andernach (Made in Germany Filmproduktion), dem Regisseur Jan Bonny und dem Filmkritiker Till Kadritzke, Gewinner des Siegfried Kracauer Stipendiums 2019/2020.

Die Gewinner*innen des Siegfried Kracauer Preises 2020 sind:
Esther Buss (Stipendiatin 2020) und Dietmar Dath (Beste Filmkritik 2020).

Herzlichen Glückwunsch!

Der Podcast:

Sprecher*innen: Camilla Renschke und Michael Dietz
Produktion: 190p im Auftrag der Film- und Medienstiftung NRW (2020)

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Nominierungen für den Siegfried Kracauer Preis 2020 stehen fest https://www.vdfk.de/nominierungen-fuer-den-siegfried-kracauer-preis-2020-stehen-fest-3048 Sat, 07 Nov 2020 18:40:20 +0000 https://www.vdfk.de/?p=3048 Weiterlesen ]]> Fünf Filmkritiken aus Filmbulletin, Filmkuratorium, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sissy Magazin und Tagesspiegel sind für den Siegfried Kracauer Preis 2020 in der Kategorie „Beste Filmkritik“ nominiert. Das Jahresstipendium erhält Esther Buss für eine Essayreihe zum Thema „Das Kino, die Wirklichkeit und ich: Autobiografisches und -fiktionales filmisches Erzählen“. Aufgrund der aktuellen Situation werden die Preisträger*innen in diesem Jahr mit einem Podcast der Stifter gewürdigt. 

Bereits zum siebten Mal wird der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Siegfried Kracauer Preis für die Beste Filmkritik und ein Jahresstipendium verliehen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg, die Film- und Medienstiftung NRW und erstmals die Mitteldeutsche Medienförderung richten den Preis in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritikgemeinsam aus.
Eine dreiköpfige unabhängige Fachjury, zusammengesetzt aus Vertreter*innen der Sparten Produktion, Kreation und Kritik, beschied in einer gemeinsamen Sitzung über die Preisvergabe. Die Jury bestand 2020 aus der Regisseurin und Filmproduzentin Melanie Andernach (Made in Germany Filmproduktion)dem Regisseur Jan Bonny und dem Filmkritiker Till Kadritzke, Gewinner des Siegfried Kracauer Stipendiums 2019/20.
Nach einer anonymen Auswertung von knapp 100 Filmkritiken wurden fünf Nominierte bestimmt, die nun auf der Shortlist für den mit 3.000 Euro dotierten Preis für die Beste Filmkritik stehen. Zudem entschied die Jury über die Vergabe des mit 12.000 Euro ausgestatteten Jahresstipendiums, für das sich 15 Filmkritiker*innen beworben hatten. Es ist geknüpft an die Veröffentlichung einer Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie das Verfassen regelmäßiger Blogbeiträge. Medienpartner für die Veröffentlichungen der Texte, die im Rahmen des Stipendiums entstehen, ist der in Bonn ansässige FILMDIENST.

Die fünf Nominierten für die Beste Filmkritik 2020 sind:

Andreas Busche mit „Gitarrensolo für Johanna“, Filmkritik zu Bruno Dumonts „Jeanette“ und „Jeanne d’Arc“, erschienen im Tagesspiegel am 25.12.2019
Dietmar Dath mit „Killermaschinistinnen vor!“, Filmkritik zu Tim Millers „Terminator: Dark Fate“, erschienen in der FAZ am 23.10.2019
Daniel Eschkötter mit „Roubaix, une lumière“, Filmkritik zu Arnaud Desplechins „Roubaix, une lumière“, erschienen im Filmbulletin am 15.10.2019
Robert Lorenz mit „All About Eve“, Filmkritik zu Joseph L. Mankiewicz‘ „All About Eve“ (1950), erschienen imFilmkuratorium am 29.03.2020
Philipp Stadelmaier mit „Synonymes“, Filmkritik zu Nadav Lapids „Synonymes“, erschienen im Sissy Magazin am 05.09.2019 

Der Gewinnertext in der Kategorie „Beste Filmkritik“ wird in der zweiten Novemberwoche in dem Podcast der Stifter bekannt gegeben.

Stipendiatin des Siegfried Kracauer Preises 2020 ist Esther Buss. Ihre Bewerbung mit dem Vorhaben, sich in der Essayreihe dem Thema Das Kino, die Wirklichkeit und ich: Autobiografisches und -fiktionales filmisches Erzählen zu widmen, überzeugte die Jury. Zusätzlich zur Essayreihe beinhaltet das Stipendium auch das Verfassen eines regelmäßigen Blogs. Beide Artikelserien werden beim Medienpartner FILMDIENST veröffentlicht.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Nominierten und zur Stipendiatin.

Die Auslobung des Siegfried Kracauer Preises ist eine Initiative der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, um die deutsche Kinolandschaft zu stärken, der sich die Film- und Medienstiftung NRW und die Mitteldeutsche Medienförderung angeschlossen haben. Sie sehen in der Filmkritik einen wichtigen Faktor für den langfristigen Bestand und die Weiterentwicklung einer vielfältigen Kinokultur. Insbesondere die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen erzeugt und bereichert jene Öffentlichkeit und Diskurse, die Filmtheater als Orte der Filmkultur bewahren.
Auf der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen bereit.

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ERINNERUNGEN AN DEN FILM- UND KULTURJOURNALISTEN JOCHEN KÜRTEN (14.12.1961-13.9.2020) https://www.vdfk.de/erinnerungen-an-den-film-und-kulturjournalisten-jochen-kuerten-14-12-1961-13-9-2020-2962 Sat, 26 Sep 2020 13:59:45 +0000 https://www.vdfk.de/?p=2962 Weiterlesen ]]>

Foto © Deutsche Welle

von Josef Lederle

Der langjährige Film- und Kulturredakteur der Deutschen Welle, Jochen Kürten, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Mit seiner ruhigen, besonnenen Art und seinem hanseatischen Charme prägte er das Ressort durch alle medialen Umbrüche hindurch und machte es zu einem Ort echter Kultur- und Cinephilie.

Der elegante Schürmann-Bau am östlichen Ende von Bonn passte zu Jochen Kürten, der als Film- und Kulturredakteur der Deutschen Welle hier den Großteil seines beruflichen Lebens verbrachte. Das lichte, ganz in weiß gehaltene Gebäude erstreckt sich auf mehreren weitläufigen Ebenen entlang des nahen Rheins, durch die Kürten einem entgegenkam, wenn er einen Gast für seine Radiosendungen an der Pforte abholte. Durch die Glaswände sah man ihn schon von weitem, wie er freundlich-gelassen durch die Gänge ging, leichten Schritts, ohne Stress, so, als träfe man sich zu einem unbeschwerten Spaziergang in der Rheinaue. Das änderte sich auch im Studio nicht, wo nur ein Blatt Papier vor ihm lag, auf dem er die Anmoderation notiert hatte. Das diente meist nur als Einstieg, weil sich schnell ein Hin und Her entwickelte, das Kürten durch aufmerksame Nachfragen und Anstöße lenkte.

Auf einen Espresso in der Cafeteria

Auch nach der Aufnahme begleitete Jochen Kürten einen oft zum Ausgang und nahm sich die Zeit für mehr als einen netten Smalltalk. Wenn man öfters in seine Sendungen kam, entstand daraus bald ein Vertrauen, das über Film und Kultur hinaus auch Persönliches miteinbezog, Urlaub, Reisen, Lektüren, Familiäres. Gelegentlich reichte es für einen Espresso in der Cafeteria, wo er auch auf seine Gesundheit zur sprechen kam, dass er sich viel bewegen und gesund ernähren müsse. Es fiel ihm nicht schwer, diesen Rat zu beherzigen; alles an ihm schien dafür prädestiniert; die schlanke Gestalt, das ausgeglichene norddeutsche Wesen, eine innere Ruhe und eine tiefe berufliche Erfüllung als Film- und später auch als Kulturredakteur. Er reduzierte sogar seine Stunden, führte seinen Hund aus, trieb ausdauernd Sport.

Auch deshalb kann man die traurige Nachricht von seinem plötzlichen Tod im Alter von 58 Jahren noch immer nicht so recht verstehen. Man muss an Rilke denken, dass wir uns mitten im Leben meinen, lachenden Munds, um den Riss zu markieren, die plötzliche Leere, und den Verlust, den Kürtens Tod nicht nur in der Deutschen Welle hinterlässt. Bei dem Auslandssender der ARD hatte Kürten 1993 als Volontär begonnen und war 1997 zum Redakteur im Ressort Film & Kino aufgestiegen, eine Position, die er mit viel Herzblut, Sachverstand und großer Leidenschaft ausfüllte. Er war ein Radio-Mann, der Interviews über alles schätzte, sich nach dem Umbau der Deutschen Welle von einem Sender in ein Internet-Portal im Jahr 2009 aber auch schnell mit den Netz-Formaten anfreundete und darin eine enorme Produktivität entwickelte. Man kann die meisten seiner mit leichter Hand, kurzweilig und unterhaltsam geschriebenen, aber sehr präzise recherchierten Texte online nachlesen; über 2000 Beiträge findet man im Archiv der Deutschen Welle.

Der Chronist des deutschen Films

Auffällig ist dabei, dass er sich in gewisser Weise als Chronist des deutschen Films verstand. Mit großem Interesse hat er die Entwicklungen des deutschen Filmschaffens verfolgt, die einschlägigen Festivals besucht, Filmpolitik und Filmbranche mit wachem Urteil kommentiert. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der „Berlinale“, die er mehrere Jahrzehnte lang begleitet hat. Immer wieder steuerte er auch filmhistorische Texte bei, insbesondere zur deutschen Filmgeschichte, vom Expressionismus der Weimarer Zeit über die Jahre des Exils und ihrer Spuren im Filmschaffen von Hollywood bis zur Frage der Vergangenheitsbewältigung. Bezeichnenderweise widmete sich auch sein letzter Beitrag ebenfalls der NS-Zeit in Gestalt der sogenannten „Überläufer“-Filme.

Seine Kollegen von der Deutschen Welle schätzten an Jochen Kürten den Teamplayer und den umfassend gebildeten, auch extrem belesenen Kulturjournalisten, der sich nicht nur im Kino und im Fernsehen, sondern auch in der Literatur und der Bildenden Kunst bestens auskannte. „Mit seiner ruhigen Gelassenheit und seinem sicheren journalistischen Urteil war er ein Ruhepol in der quirligen Kulturredaktion. Stets hatte er ein offenes Ohr. Sein Urteil und seine Einschätzungen wurden wertgeschätzt. Für ihn war Kultur kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“, heißt es in einem Schreiben.

Das Eintauchen in die Welten auf der Leinwand

In Erinnerung bleiben wird seine Art, mit Filmen umzugehen. Er ging gerne und oft ins Kino und litt unter dem Lockdown der Corona-Zeit, obwohl er journalistisch schnell umschaltete und in hoher Taktung kurzweilige DVD- und Filmtipps präsentierte. Er liebte das Eintauchen in die auf der großen Leinwand ausgebreiteten Welten, sogar noch mehr als die journalistische Reflexion des Gesehenen. Dagegen mied er es, sich unmittelbar im Anschluss an einen Film sogleich in Diskussionen zu verstricken; Filme brauchten für Kürten Zeit, um sich zu entfalten und nachzuwirken; seine große Wertschätzung den einzelnen Werken gegenüber spürt man in den vielen Nuancen seiner Texte, den feinen Beobachtungen und der wohldosierten Kritik. Er hatte einen sicheren Blick für Qualität, einen ausgeprägten Sinn für Außenseiter, aber hohe Qualitätsmaßstäbe, was den von ihm verantworteten Filmjournalismus betraf. Die zahllosen Reformen und Veränderungen der Deutschen Welle hat er gelassen hingenommen und sich gleichzeitig eine Unabhängigkeit bewahrt. Er wurde „nie müde, das zu tun, was er gerne und gut tat“, haben seine Kollegen notiert.

Jochen Kürten 1961-2020 (Foto © DW/P. Henriksen)

Auch für den „Filmdienst“ hat Jochen Kürten gelegentlich Texte beigesteuert, Festivalnotizen und Interviews in der Rundfunk-Ära der Deutschen Welle, später dann Buchrezensionen. Eine Weile kooperierten „Filmdienst“ und Deutsche Welle, die keinen Steinwurf voneinander entfernt liegen, um neue DVDs vorzustellen, doch dieses Projekt war ab 2009 dann auch obsolet. Ein anderes Lieblingsprojekt von Jochen Kürten bleibt hingegen unrealisiert: Eine Sammlung der 100 wichtigsten deutschen Filme, die er analog zu der Zusammenstellung „100 gute Bücher“ in Angriff nehmen wollte. Das wäre eine feine, erlesene Reihe geworden, sein eigener Kanon, für ein weltweites Publikum, fast eine Art Vermächtnis. Auch das bleibt durch den plötzlichen Tod unvollendet.

Erstveröffentlichung im Filmdienst. Für die Genehmigung der Nachveröffentlichung herzlichen Dank an Josef Lederle & Filmdienst.

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Zum Tod der Dramaturgin und Filmkritikerin Erika Richter (6.1.1938-24.8.2020) https://www.vdfk.de/zum-tod-der-dramaturgin-und-filmkritikerin-erika-richter-6-1-1938-24-8-2020-2927 Fri, 11 Sep 2020 07:25:18 +0000 https://www.vdfk.de/?p=2927 Weiterlesen ]]>
Foto © VdFk

von
Ralf Schenk

Die Dramaturgin und Filmkritikern Erika Richter war für die Filmentwicklung im deutschen Osten, aber auch für die filmhistorische Erinnerungsarbeit eine Institution. In ihren Jahren bei der DEFA bestärkte sie junge Filmschaffende und förderte Filme von Frauen; als unermüdlicher Motor hielt sie die Zeitschrift „Film und Fernsehen“ nach der Wende ein Jahrzehnt lang am Leben. Jetzt ist sie im Alter von 82 Jahren gestorben.

Erika Richter betrieb mit Leidenschaft einen Beruf, den es in den Abspännen deutscher Kinofilme heute nicht mehr gibt: den der Dramaturgin. Bei der Babelsberger DEFA, wo sie angestellt war, bildete die Dramaturgie eine Schaltstelle der Filmproduktion. Hier wurden, gemeinsam mit den Autoren und oft auch schon mit den Regisseuren, Stoffe ausgedacht, geprüft, entwickelt, wieder verworfen oder zur Drehreife gebracht. Die Dramaturginnen und Dramaturgen verstanden sich ja nicht, wie heute gelegentlich behauptet wird, als politische Kontrolleure einer vom Staat alimentierten Filmproduktion. Das konnten sie manchmal auch sein, aber mehr noch galten sie als künstlerisch-ästhetische Wegbegleiter, die ihre Stoffe begeistert verfochten.

Erika Richter, geboren am 6. Januar 1938 in Aachen, hatte ihr Handwerk in den 1950er-Jahren an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg studiert und danach unter anderem als Redaktionsassistentin bei der Zeitschrift „Deutsche Filmkunst“ und nach deren Auflösung als Redakteurin der „Filmwissenschaftlichen Mitteilungen“ gearbeitet. Zusammen mit Kollegen wie Heinz Baumert und Wolfgang Gersch entwickelte sie dabei eine an internationalen Maßstäben geschulte Filmpublizistik

Hoffnungen, Wünsche, Forderungen

Von 1967 bis 1969 war Richter Lektorin am DDR-Kulturzentrum in Kairo; dem Aufenthalt entsprang das vom Henschelverlag publizierte Buch „Realistischer Film in Ägypten“. Das war nicht nur eine Hommage an eine exotische Filmnation; die Autorin resümierte hier auch ihre Hoffnungen, Wünsche und Forderungen an ein gegenwartsnahes, wahrhaftiges, eingreifendes Kino überhaupt. Wer wollte, konnte aus ihren Beschreibungen herauslesen, welche Art Kino sie im eigenen Lande bevorzugte. In ihrer anschließenden Dissertation widmete sie sich folgerichtig jenen DEFA-Filmen der jüngeren Zeit, die sie als maßstabsetzend ansah: „Der Dritte“ und „Die Schlüssel“ von Egon Günther, „Leben mit Uwe“ von Lothar Warneke sowie „Die Legende von Paul und Paule“ von Heiner Carow.

Mit diesem Anspruch kam sie 1976 ins Babelsberger Studio. Als Dramaturgin machte sie sich schnell einen Namen: mit sicherem Gespür für starke Stoffe, kampfbereit gegen Widerstände, klug argumentierend, stets offen für politischen Wagemut und ästhetisches Neuland. Erika Richter stieß Tore auf, in vielerlei Hinsicht. In 16 Jahren entstanden unter ihrer Obhut mehr als 20 Filme: darunter Lothar Warnekes „Die Beunruhigung“ (1981) und „Blonder Tango“ (1985), Rainer Simons „Jadup und Boel“ (1981) und „Die Besteigung des Chimborazo“ (1989), Evelyn Schmidts „Das Fahrrad“ (1982), Siegfried Kühns „Die Schauspielerin“ (1988), Heiner Carows „Coming Out“ (1989), Jörg Foths „Biologie!“ (1990) und Herwig Kippings „Das Land hinter dem Regenbogen“ (1991). Einige andere Projekte, mit denen sie Jahre verbracht und die sie leidenschaftlich verteidigt hatte, mussten – oft aus politischen Gründen – aufgegeben werden, etwa das Rockmusical „Paule Panke“, das Heiner Carow gemeinsam mit Rolf Richter verfasst hatte.

Vor allem das Gegenwartskino trieb Erika Richter an, die ästhetische Durchdringung zeitgenössischer Probleme und Konflikte. Und Filme von Frauen: Evelyn Schmidt, Iris Gusner und später auch Helke Misselwitz standen ihr nahe.

Kampf um die Zeitschrift „Film und Fernsehen“

Mit Rolf Richter, ihrem klugen, einfühlsamen, streitbaren Ehemann seit den 1950er-Jahren, fand sie nach dem Ende der DEFA eine neue Berufung: Als der Henschelverlag die Zeitschrift „Film und Fernsehen“ in die freie Marktwirtschaft und damit gewissermaßen auch in den Untergang entließ, setzten die beiden alles daran, das Blatt zu retten. Zunächst monatlich, dann in unregelmäßigeren Abständen wurde „Film und Fernsehen“ bis 1999 zur Plattform erregender Debatten zu Filmgeschichte und -gegenwart. Besonders spannend sind heute die Texte zur Filmentwicklung in Ostdeutschland nachzulesen. Nach dem frühen Tod ihres Mannes kümmerte sich Erika Richter nicht nur um Sinn und Form der Zeitschrift, sondern auch um deren Finanzierung: für jedes neue Heft ein Balanceakt. Nicht selten setzte sie private Mittel ein, um den Druck der nächsten Ausgabe zu gewährleisten. Auf Dauer war das undenkbar; die Zeitschrift musste sich verabschieden. Nach ihrem Ende konnte ein Teil der Themen vom „Jahrbuch der DEFA-Stiftung“ aufgenommen werden, das zwischen 2000 und 2005 erschien und von Erika Richter – zusammen mit Claus Löser und mir – redigiert wurde.

Nicht erst in diesen gemeinsamen Jahren wurde mir bewusst, dass Erika Richter für die Filmentwicklung im deutschen Osten und zugleich für die filmhistorische Erinnerungsarbeit eine Art Institution darstellte. Woher nahm sie nur all die Zeit: Für ihren Einsatz fürs Berliner Kino „Babylon“, das in den 1990er-Jahren ja mehrfach vom Untergang bedroht war? Für ihre kuratorische Arbeit im Auswahlkomitee des „internationalen forums des jungen films“? Für ihre Artikel in Büchern, Tageszeitungen und Zeitschriften? Für Filmeinführungen, Diskussionen, Vortragsreisen fürs Goethe-Institut? Für die durchaus opferbereite Anteilnahme an der Filmarbeit eines Regisseurs wie Fred Kelemen, in den sie so viele Hoffnungen setzte? Die Ehrungen, die sie erhielt – etwa die Berlinale-Kamera 2003 oder der Preis der DEFA-Stiftung 2012 – nahm sie freundlich gelassen entgegen, um gleich am nächsten Abend wieder im Kino Arsenal, im Krokodil oder im Toni zu sitzen und dort alte und neue Filme zu sehen und sich darüber auszutauschen.

Mit hellwachen Augen

Nach und nach fiel es ihr, von einer tückischen Krankheit gezeichnet, immer schwerer, die Wohnung zu verlassen. Erika Richter, die ein Leben lang so unbändig gerne diskutiert hatte, verstummte. Am Ende war sie ganz und gar in sich verschlossen, mit noch immer hellwachen Augen. Am 24. August 2020 ist Erika Richter 82-jährig in Berlin verstorben.

Zuerst erschienen im Filmdienst. Vielen Dank an den Autor und die Redaktion.

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