ANDREAS BUSCHE UND TOBY ASHRAF ERHALTEN DEN SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2015

MFG Filmförderung zeichnet Andreas Busche und Toby Ashraf für die „Beste Filmkritik“ aus und vergibt ein Stipendium an Sven von Reden

Erstmalig haben der Verband der deutschen Filmkritik (VdfK) und die MFG Filmförderung Baden-Württemberg ihren Preis für Filmkritik im Rahmen des Filmfests München verliehen. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Am heutigen Abend wurden in der Kategorie „Beste Filmkritik“ ex aequo die Journalisten Andreas Busche und Toby Ashraf ausgezeichnet. Ersterer erhält den Preis für seinen in der Zeitschrift epd Film (Nr. 3.2014) veröffentlichten Essay „Zurück in die Zukunft“. Der Preisträgertext von Toby Ashraf erschien unter dem Titel „Tophilia“ im sissy-Magazin (30.10.2014). Beide Gewinner teilen sich das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Stipendium für das Jahr 2016 erhält der Kritiker Sven von Reden. Die monatlich ausgezahlten 1.000 Euro sind an die Erstellung von 12 Filmkritiken sowie das Erarbeiten von drei kritischen Essays gebunden, die sich mit dem Thema „Zukunft des Kinos“ beschäftigen. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Black Box im Gasteig in München statt.

Mit der Auslobung eines Preises für Filmkritik setzt die MFG Filmförderung ihre Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft fort. „Wir wollen herausragende Filmkritiken fördern, die sich wirklich mit einem Film auseinandersetzen und den Zuschauer dadurch ermuntern, dies auch zu tun“, erklärte MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen anlässlich der Verleihung.
 
Die diesjährige Jury bestand aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Ihre Entscheidung, den Preis an Andreas Busche zu verleihen, begründeten die Juroren damit, der Autor habe ausgiebig recherchiert, er sei ausgezeichnet informiert, und er werfe zugleich einen analytischen Blick auf seinen Gegenstand. Busche sei jemand, „der Fragen stellt, hin- und herwendet, von vielen Seiten beleuchtet und dabei weder zu voreiligen Schlüssen kommt noch blind für die Dramatik der Situation ist“ (Cristina Nord).
 
In der Lobrede auf den Preisträger Toby Ashraf betonte Bettina Brokemper, es bedürfe „nicht immer der Autorität eines Feuilleton-Stücks, um grundlegende Fragen kultureller oder künstlerischer Zusammenhänge zu erörtern.“ Ashrafs Text, der in Form eines fiktiven Streitgesprächs verfasst ist, sorge für Lesevergnügen, weil „die Positionen nicht mit dem Florett verteidigt werden, sondern mit dem Hackebeil“. Die Auszeichnung verstehen die Juroren als „Plädoyer für die Wahrung von Lesernähe und ‚Bodenhaftung‘“.
 
Den zukünftigen Stipendiaten Sven von Reden würdigte die Jury als „Bewerber mit umfassendem, über viele Jahre vertieftem Wissen und neiderregender Seherfahrung, dem es um Aufklärung in der Sache geht.“ Laudator Ludwig Ammann hob hervor: „Es ging nicht um Selbstdarstellung, und schon gar nicht um das zugegeben karge Brot der Filmkritik. Hier sind die vorgeschlagenen Zukunfts-Themen in besten Händen!"
 
Im Anschluss an die Verkündung der Preisträger stellte Moderator Moritz Holfelder (BR) die Zeitschrift FILMDIENST als Medienpartner des Siegfried Kracauer Preises vor. Die Redaktion des Print-Magazins begrüßt ausdrücklich die Initiative der MFG und wird dem Stipendiaten Sven von Reden im Jahresverlauf kontinuierlich Platz für Texte zur Filmkritik und zur Zukunft des Kinos zur Verfügung stellen. „Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Filmkritik ist in unser aller Interesse“, hieß es in einer Grußbotschaft von Chefredakteur Horst Peter Koll. „Zudem ist es aber auch eine große Freude, dem vorzüglichen Stipendiaten eine publizistische Plattform bieten zu dürfen.“ 
 
V.l.n.r.: Sven von Reden, Toby Ashraf, Prof. Carl Bergengruen, Andreas Busche
 
 
 

München, 27.06.2015

FILMFEST-PANEL: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Vertreter/innen der Filmbranche diskutieren mit Filmkritiker/innen – Eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. auf dem Filmfest München, Samstag 27.06., 11 Uhr, Black Box im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Es sind doch die Filmemacher, die die Filme machen! Oder?

Aber viele reden mit, wenn Filme gemacht werden. Welche Einflüsse hat die Förderung, welche Rolle spielen Fernsehsender, wie wichtig sind Publikum und Filmkritik? Im Hinblick auf die anstehende FFG-Novelle wollen wir wissen, welche Rolle Geschmack und Lust spielen, Bildung und Interessen von Förderung, Sendern und Festivals – wer entscheidet, dass es so sein soll, wie es ist? Wir glauben: „Der deutsche Film kann noch viel besser sein.“

Es diskutieren:

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg
Christoph Gröner, Verantwortlicher Programmierer der Sektion "Neues Deutsches Kino" Filmfest München
Franz Müller, Regisseur
Frédéric Jaeger, Verband der deutschen Filmkritik
Dr. Cornelia Ackers, Leitung Kinderfilm / Einzelprojekte, Bayerischer Rundfunk

Moderation: Carlos Gerstenhauer, Autor BR Kino Kino

SIEGFRIED KRACAUER-PREIS FüR FILMKRITIK 2015

Die fünf Nominierten stehen fest. MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen überreicht den Preis am 27. Juni 2015 auf dem 33. Internationalen Filmfest München.

Zum zweiten Mal vergibt die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Siegfried Kracauer Preis. MFG-Geschäftsführer Carl Bergengruen wird den Preisträgern die Auszeichnungen am 27. Juni 2015 überreichen. Die festliche Verleihung findet in München in der Black Box des Gasteigs statt.

Die diesjährige Jury besteht aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Die Juroren küren die Preisträger in den beiden Kategorien „Beste Filmkritik“ und „Stipendium“.

Aus über 100 Einreichungen wählte die Jury nach einer anonymen Auswertung fünf Nominierte für die beste Filmkritik aus. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert. Um das Stipendium bewarben sich 23 Filmkritiker/innen. Es umfasst einen Zeitraum von zwölf Monaten und ist mit 12.000 Euro dotiert. Das Stipendium ist an das Erstellen filmkritischer Veröffentlichungen während des Stipendienjahrs gebunden.

Die fünf Nominierten für die „Beste Filmkritik 2015“ sind:

  • Toby Ashraf mit dem Text „Tophilia”, erschienen im Sissy Magazin, Oktober 2014
  • Andreas Busche mit dem Text „Zurück in die Zukunft”, erschienen in epd Film 3.2014
  • Stephan Karkowsky mit dem Hörfunkbeitrag zu „Everything will be fine“, gesendet am 11. Februar 2015 auf RBB Radioeins
  • Verena Lueken mit dem Text „Wem der große Wurf gelungen”, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 30. Juli 2014
  • Daniel Nehm mit dem Text „Tanz mir den Rubens”, erschienen in DIE ZEIT 1.2015

Die Preisträger werden bei der Preisverleihung bekannt gegeben.

Die Auslobung des Siegfried Kracauer Preises ist eine Initiative der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, um die deutsche Kinolandschaft zu stärken. Die MFG sieht in der Filmkritik einen wichtigen Faktor für den langfristigen Bestand und die Weiterentwicklung einer vielfältigen Kinokultur. Insbesondere die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen erzeugt und bereichert jene Öffentlichkeit und Diskurse, die Filmtheater als Orte der Filmkultur bewahren.

Auf der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen bereit.