PRESSEECHO ZUM PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2013

Nachstehend finden Sie einige Pressestimmen und Photos zum Preis der deutschen Filmkritik 2013, der am 10. Februar 2014 in Berlin vergeben wurde.
Moderator der Preisverleihung Burghart Klaußner © Henriette Olbrisch

02elf – Düsseldorfer Abendblatt

Bayerischer Rundfunk

filmportal

filmstart

Heimat 123

Hessischer Rundfunk

Kiepenheuer & Wietsch

kino-zeit.de

Regisseur und Preisträger Edgar Reitz mit Burghart Klaußner und Rüdiger Suchsland © Henriette Olbrisch

Mediengründerzentrum NRW

MDR

Schwarzwälder Bote

Die Tagespost

Ufa Fiction

Carsten Unger

ZDF

Gewinner und Laudatoren © Henriette Olbrisch

VDFK LEHNT EMBARGO DURCH DIE BERLINALE AB

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) protestiert gegen das kurzfristig verhängte Embargo durch die Berlinale für Martin Scorseses neue Arbeit.

Berlin, 14.02.2014

Die Berlinale hatte gestern Abend in einer Email an die akkreditierten Journalisten jegliche kritische Berichterstattung zur heutigen Vorführung von Untitled New York Review of Books Documentary untersagt. In der Email wurde darauf verwiesen, dass es sich bei dem im Berlinale Special laufenden Film von Martin Scorsese und David Tedeschi – wie bereits bekannt – um eine vorläufige Arbeitsfassung handelt. Es würden lediglich drei Ausschnitte gezeigt und diese seien weder vom Bild noch vom Ton her fertig. Auf Nachfrage wurde seitens der Berlinale erklärt, das Embargo folge dem Wunsch von Martin Scorsese, dass es keine Berichterstattung über die unfertige Fassung geben solle. Das mit diesem Hinweis begründete Verbot von "Filmkritiken und -besprechungen" lehnt der VdFk ab.

Im Gegensatz zu Markt- und Pressevorführungen, bei denen Sperrfristen grundsätzlich zumindest juristisch nicht zu beanstanden sind, kann es bei öffentlichen Veranstaltungen ein solches, noch dazu zeitlich uneingeschränktes Berichterstattungsverbot nicht geben. Wir halten das Embargo daher für gegenstandslos. Nach Ansicht des VdFk handelt es sich um eine sowohl ungültige – weil einseitige – Beschränkung der Arbeit von Journalisten, die, sollte sie tatsächlich in irgendeiner Form durchzusetzen versucht werden, ein klarer Eingriff in die Pressefreiheit darstellen würde.

Die Berlinale ist darüber hinaus das einzige der drei großen europäischen Festivals, das eine Embargo-Regelung für Weltpremieren mit der Presseakkreditierung verknüpft. Auch diese Praxis kritisiert der VdFk als überzogen und unverhältnismäßig. Zudem zeugt sie von einem profunden Misstrauen gegenüber der Kritik. Im aktuellen Fall der öffentlichen Vorführung einer Arbeitsfassung ist Kritikern zuzutrauen, diese als solche zu behandeln und zu besprechen.

Der VdFk geht weiterhin davon aus, dass das Embargo keinerlei rechtlichen Prüfung standhalten dürfte und weist alle Journalisten darauf hin, dass sie es nicht zu befolgen haben. Der VdFk sichert in dieser Hinsicht allen betroffenen Kritikern Unterstützung und Solidarität zu, auch für den von uns ausgeschlossenen Fall, dass einem Kritiker aufgrund der Missachtung des Embargos eine Benachteiligung durch die Berlinale drohen sollte.

"DIE ANDERE HEIMAT" UND "TORE TANZT" SIEGEN BEIM PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2013

Der Verband der deutschen Filmkritik hat am Montag, 10. Februar 2014, in 13 Kategorien seinen Preis der deutschen Filmkritik im Rahmen der Berlinale vergeben.

Berlin, 10.02.2014

Die Abräumer des Abends waren die beiden Filme „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz und „Tore tanzt“ von Newcomerin Katrin Gebbe. Reitz durfte den Preis für den besten Film des Jahres 2013 und sein Bildgestalter Gernot Roll den Preis für die beste Kameraarbeit mit nach Hause nehmen. Katrin Gebbe setzte sich in der Kategorie Spielfilmdebüt durch und einer ihrer Hauptdarsteller, Sascha Alexander Gersak, wurde als bester Darsteller für seine Rollen als Benno in „Tore tanzt“ und Murat Kurnaz in „5 Jahre Leben“ ausgezeichnet. Die Preisübergaben fanden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Tube Station in Berlin statt.

Durch die Veranstaltung führte wie im vergangenen Jahr der Schauspieler Burghart Klaußner. Erstmals wurden die beiden Kategorien Kurzfilm (Gewinnerfilm: „Wie ist die Welt so stille“ von Susann Maria Hempel) und Experimentalfilm (Gewinnerfilm: „Ein Gespenst geht um in Europa“ von Julian Radlmaier) ebenfalls in Berlin vergeben. Den Ehrenpreis überreichte Wilfried Reichart an den Avantgarde-Filmemacher Wilhelm Hein, der sich seit Jahrzehnten für das Undergroundkino stark macht und für den unabhängigen und experimentellen Film steht.

Als bester Dokumentarfilm wurde Marc Bauders „Master of the Universe“ und als bester Kinderfilm „Sputnik“ von Markus Dietrich gekürt. Der Preis für die beste Musik ging an Martin Todsharow für „Quellen des Lebens“ (R: Oskar Roehler), der beste Schnitt an Anne Fabini „Houston“ (R: Bastian Günther). Den Preis für das beste Drehbuch durften sich Frauke Finsterwalder und Christian Kracht für ihre Arbeit an „Finsterworld“ (R: Frauke Finsterwalder) teilen. Als beste Darstellerin gewann die junge Schauspielerin Antonia Lingemann für ihre außergewöhnliche Darstellung als Mathilda in dem Spielfilmdebüt „Bastard“ (R: Carsten Unger).

Der Preis der deutschen Filmkritik wird jährlich seit mehr als 50 Jahren verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Filmkritikern vergeben wird. Er richtet sich ausschließlich nach künstlerischen Kriterien. Die diesjährigen Jurys bestanden aus Achim Forst, Silvia Hallensleben und Claus Löser für den Kurzfilm; Toby Ashraf, Karola Gramann und Frédéric Jaeger für den Experimentalfilm; Dunja Bialas, Caroline Buck, Ralph Eue, Wilfried Hippen und Josef Lederle für den Dokumentarfilm; Rolf-Rüdiger Hamacher, Katrin Hoffmann, Christel Strobel, Holger Twele und Rochus Wolff für den Kinderfilm und Jennifer Borrmann, José Garcia, Patrick Heidmann, Andreas Kilb, Cosima Lutz, Ralf Schenk und Rüdiger Suchsland für die Spielfilmkategorien und Einzelleistungen.

Hier finden Sie ein Dossier mit allen Preisträgern, den Nominierten und den Jurybegründungen.