PODCAST: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Beim Filmfest München hat der VDFK eine Diskussion organisiert über die Frage, wie Produktionsbedingungen, Fernsehen und Förderung zum deutschen Kino beitragen und was sich ändern kann, damit es besser wird.

Mit dabei waren:

  • Dr. Cornelia Ackers (Fernsehredakteurin beim Bayerischen Rundfunk)
  • Prof. Carl Bergengruen (MFG Filmförderung Baden-Württemberg)
  • Christoph Gröner (Filmfest München, Leiter der Sektion "Neues Deutsches Kino")
  • Frédéric Jaeger (Kritiker, Verband der deutschen Filmkritik) und
  • Franz Müller (Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, u.a. "Happy Hour" und "Worst Case Scenario").

Moderiert hat das Gespräch Carlos Gerstenhauer (Autor BR Kino Kino).

 

Direkter Link zur Audio-Aufzeichnung des Panels (mp3).

ANDREAS BUSCHE UND TOBY ASHRAF ERHALTEN DEN SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2015

MFG Filmförderung zeichnet Andreas Busche und Toby Ashraf für die „Beste Filmkritik“ aus und vergibt ein Stipendium an Sven von Reden

Die Preisträger 2015Erstmalig haben der Verband der deutschen Filmkritik (VdfK) und die MFG Filmförderung Baden-Württemberg ihren Preis für Filmkritik im Rahmen des Filmfests München verliehen. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Am heutigen Abend wurden in der Kategorie „Beste Filmkritik“ ex aequo die Journalisten Andreas Busche und Toby Ashraf ausgezeichnet. Ersterer erhält den Preis für seinen in der Zeitschrift epd Film (Nr. 3.2014) veröffentlichten Essay „Zurück in die Zukunft“. Der Preisträgertext von Toby Ashraf erschien unter dem Titel „Tophilia“ im sissy-Magazin (30.10.2014). Beide Gewinner teilen sich das Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Stipendium für das Jahr 2016 erhält der Kritiker Sven von Reden. Die monatlich ausgezahlten 1.000 Euro sind an die Erstellung von 12 Filmkritiken sowie das Erarbeiten von drei kritischen Essays gebunden, die sich mit dem Thema „Zukunft des Kinos“ beschäftigen. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Black Box im Gasteig in München statt.

Mit der Auslobung eines Preises für Filmkritik setzt die MFG Filmförderung ihre Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft fort. „Wir wollen herausragende Filmkritiken fördern, die sich wirklich mit einem Film auseinandersetzen und den Zuschauer dadurch ermuntern, dies auch zu tun“, erklärte MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen anlässlich der Verleihung.

Die diesjährige Jury bestand aus Cristina Nord, taz-Filmredakteurin und Gewinnerin des Siegfried Kracauer Preises 2013, Bettina Brokemper, Geschäftsführerin der Produktionsgesellschaft Heimatfilm, sowie Ludwig Ammann, Geschäftsführer von Koolfilm-Filmdistribution. Ihre Entscheidung, den Preis an Andreas Busche zu verleihen, begründeten die Juroren damit, der Autor habe ausgiebig recherchiert, er sei ausgezeichnet informiert, und er werfe zugleich einen analytischen Blick auf seinen Gegenstand. Busche sei jemand, „der Fragen stellt, hin- und herwendet, von vielen Seiten beleuchtet und dabei weder zu voreiligen Schlüssen kommt noch blind für die Dramatik der Situation ist“ (Cristina Nord).

In der Lobrede auf den Preisträger Toby Ashraf betonte Bettina Brokemper, es bedürfe „nicht immer der Autorität eines Feuilleton-Stücks, um grundlegende Fragen kultureller oder künstlerischer Zusammenhänge zu erörtern.“ Ashrafs Text, der in Form eines fiktiven Streitgesprächs verfasst ist, sorge für Lesevergnügen, weil „die Positionen nicht mit dem Florett verteidigt werden, sondern mit dem Hackebeil“. Die Auszeichnung verstehen die Juroren als „Plädoyer für die Wahrung von Lesernähe und ‚Bodenhaftung‘“.

Den zukünftigen Stipendiaten Sven von Reden würdigte die Jury als „Bewerber mit umfassendem, über viele Jahre vertieftem Wissen und neiderregender Seherfahrung, dem es um Aufklärung in der Sache geht.“ Laudator Ludwig Ammann hob hervor: „Es ging nicht um Selbstdarstellung, und schon gar nicht um das zugegeben karge Brot der Filmkritik. Hier sind die vorgeschlagenen Zukunfts-Themen in besten Händen!"

Im Anschluss an die Verkündung der Preisträger stellte Moderator Moritz Holfelder (BR) die Zeitschrift FILMDIENST als Medienpartner des Siegfried Kracauer Preises vor. Die Redaktion des Print-Magazins begrüßt ausdrücklich die Initiative der MFG und wird dem Stipendiaten Sven von Reden im Jahresverlauf kontinuierlich Platz für Texte zur Filmkritik und zur Zukunft des Kinos zur Verfügung stellen. „Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Filmkritik ist in unser aller Interesse“, hieß es in einer Grußbotschaft von Chefredakteur Horst Peter Koll. „Zudem ist es aber auch eine große Freude, dem vorzüglichen Stipendiaten eine publizistische Plattform bieten zu dürfen.“ 

 

V.l.n.r.: Sven von Reden, Toby Ashraf, Prof. Carl Bergengruen, Andreas Busche

 
 
 

München, 27.06.2015

FILMFEST-PANEL: WER ENTSCHEIDET üBER DEN DEUTSCHEN FILM?

Vertreter/innen der Filmbranche diskutieren mit Filmkritiker/innen – Eine Veranstaltung des Verbands der deutschen Filmkritik e.V. auf dem Filmfest München, Samstag 27.06., 11 Uhr, Black Box im Gasteig, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Es sind doch die Filmemacher, die die Filme machen! Oder?

Aber viele reden mit, wenn Filme gemacht werden. Welche Einflüsse hat die Förderung, welche Rolle spielen Fernsehsender, wie wichtig sind Publikum und Filmkritik? Im Hinblick auf die anstehende FFG-Novelle wollen wir wissen, welche Rolle Geschmack und Lust spielen, Bildung und Interessen von Förderung, Sendern und Festivals – wer entscheidet, dass es so sein soll, wie es ist? Wir glauben: „Der deutsche Film kann noch viel besser sein.“

Es diskutieren:

Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg
Christoph Gröner, Verantwortlicher Programmierer der Sektion "Neues Deutsches Kino" Filmfest München
Franz Müller, Regisseur
Frédéric Jaeger, Verband der deutschen Filmkritik
Dr. Cornelia Ackers, Leitung Kinderfilm / Einzelprojekte, Bayerischer Rundfunk

Moderation: Carlos Gerstenhauer, Autor BR Kino Kino