EINLADUNG ZUR DEBATTE: LOST IN POLITICS @ DOK LEIPZIG

Einladung zur Debatte: Lost in Politics @ Dok Leipzig
Eine Veranstaltung von DOK Leipzig, dem Verband der deutschen Filmkritik und der Woche der Kritik

Mittwoch, 01.11.17, 14-16 Uhr, im Polnischen Institut Leipzig
Teilnehmer*innen: Cristina Nord, Patrick Holzapfel, Jide Tom Akinleminu
Moderiert von Heike Melba Fendel

 

Die Welle an "politischen" Filmen ebbt nicht ab. Wir wollen einen Streitraum bespielen, um über das Politische im und am Dokumentarfilm nachzudenken. Sind (Dokumentar-)Filme automatisch dringlich oder wichtig, weil sie mit wichtigen oder dringlichen Themen befasst sind? Geht das, was (Dokumentar-)Filme politisch meinen, in dem auf, was sie ästhetisch tun? Was hat es auf sich mit dem Diktum (formuliert von Jean-Luc Godard), es gälte, keine politischen Filme, sondern Filme politisch zu machen?
Eine aktuelle Debatte im Frontgebiet: zwischen Formalismus und Inhaltismus, auch zwischen Strategien einer Ästhetisierung der Politik und solchen der Politisierung von Ästhetik.

Worum es gehen soll: Drei gegenwärtige Filmbeispiele werden auf den politisch-ästhetischen Prüfstand gestellt: "I Am Not Your Negro" (Raoul Peck), "Austerlitz" (Sergei Loznitsa) und "Project 55" ("Proyecto 55" von Miguel Colombo) aus dem diesjährigen Programm des Festivals.
Dazu detailfreudige Einlassungen dreier Gäste aus verschiedenen Milieus des Betriebs:
• Cristina Nord, Leiterin Kulturprogramm Westeuropa (Goethe Institut Brüssel), ehemals Filmredakteurin der taz
• Patrick Holzapfel, Filmkritiker und Filmemacher (Jugend ohne Film)
• Jide Tom Akinleminu, Kameramann und Regisseur (u.a. "Portrait of a Lone Farmer")
Das Gespräch wird moderiert von Heike Melba Fendel (Agentin, Kritikerin, Kolumnistin)

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

Zeit: Mittwoch, 01.11.2018, 14:00-16:00
Ort: Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
Eintritt frei

 

Filmausschnitte mit freundlicher Genehmigung der Edition Salzgeber und déjà-vu film

SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2017 VERLIEHEN

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW zeichnen gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik die Journalistin Elena Meilicke mit dem Siegfried Kracauer Preis 2017 für die „Beste Filmkritik“ aus, eine Lobende Erwähnung geht an Federico Sanchez. Das Siegfried Kracauer Stipendium erhält Lukas Foerster.

 

Elena Meilicke gewinnt den Preis für die „Beste Filmkritik“ mit ihrer Rezension von „L'avenir“ („Alles was kommt“) von Mia Hansen-Løve. Sie erschien unter dem Titel „Zum Wasser“ in der Zeitschrift CARGO im Juni 2016. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Mit einer Lobenden Erwähnung wird Federico Sanchez für seinen Text „Beyoncé im Monstertruck“ ausgezeichnet, eine Filmkritik zu Raoul Pecks „I Am Not Your Negro“, die im März 2017 auf artechock erschien. Das Stipendium für das Jahr 2017/18 in Höhe von insgesamt 12.000 Euro erhält der Filmkritiker Lukas Foerster, der eine sechsteilige Artikelserie zum Thema „Zukunft des Kinos“ sowie einen regelmäßigen Blog verfassen wird. Die Preisübergabe fand am Samstagabend (16.9.) während der feierlichen Preisverleihung des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein statt.

„Wir freuen uns sehr, bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit der MFG und dem VdFk und erstmals im Rahmen des Filmfestivals Ludwigshafen den Siegfried Kracauer Preis zu vergeben“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Eine gute Filmkritik macht Lust auf Filme und ermöglicht Cineasten wie Fans die Vertiefung der eigenen Filmrezeption. Das ist den diesjährigen Ausgezeichneten, Elena Meilicke und Federico Sanchez, ganz wunderbar gelungen! Herzlichen Glückwunsch auch an Lukas Foerster, der für seine Arbeit das diesjährige Stipendium erhält.“

„Wir freuen uns über die hohe Qualität der Einreichungen. Filmkritiken sind ein wichtiger Faktor in der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Kino. Sie lenken unseren Blick auch auf außergewöhnliche Filme, die sonst nur allzu leicht übersehen werden und tragen so dazu bei, unsere vielfältige Kinolandschaft zu bewahren“, so Prof. Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

Dr. Michael Kötz, Leiter des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein betonte: „Da ich selbst als Filmkritiker angefangen habe, weiß ich, wie wichtig die Filmkritik für den deutschen Film ist. Eine fundierte Kritik ist gerade in digitalen Zeiten, wo Schnelligkeit oft vor Qualität geht, als Orientierung und Regulativ unabdingbar. So trägt der Siegfried Kracauer Preis Vorsorge, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Wir sind als Festival des deutschen Films bei dieser Initiative daher gerne Partner und Veranstalter.“

Die diesjährige Jury bestand aus der Filmregisseurin Lola Randl, der Vorstandsvorsitzenden des X Verleih Manuela Stehr und dem Filmkritiker Ekkehard Knörer, Gewinner des Siegfried Kracauer Preises 2016. Elena Meilicke habe unter 80 Bewerbern für die beste Filmkritik mit ihrem „persönlichen und emphatischen Zugang zum Film“  überzeugt, der sich „mit einer fundierten Analyse“ verbinde, so die Jury. Weiter heißt es in ihrer Begründung: „Dass das die Befassung mit Fragen nach gesellschaftlichen Rollenbildern (vor allem für Frauen) nicht ausschließt, belegt Elena Meilickes Text so unangestrengt wie entschieden.“

In ihrer Lobenden Erwähnung für die Kritik von Federico Sanchez hob die Jury hervor: „Sie ist schnell im Kopf und kontextualisiert den Film originell und kenntnisreich.“

Den zukünftigen Stipendiaten Lukas Foerster würdigte die Jury als Filmwissenschaftler, Kritiker und Kurator und für seine Schreibproduktivität, die „mit großer Vielfalt und Experimentierfreude in Stil, Sprache, Gegenständen“ Zeugnis großer Cinephilie ablege. Er verbinde „Leidenschaft fürs Vergangene mit Offenheit für alles, was die Gegenwart bietet und die Zukunft bringen wird“.

Der Verband der deutschen Filmkritik dankte am Abend der Verleihung den drei JurorInnen, die in ihrer neugierigen und zugleich resoluten internen Diskussion exemplarisch vorgeführt haben, wie anregend Filmkritik sein kann.

Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird jährlich vergeben. Die Auslobung des Siegfried Kracauer Preises ist eine Initiative der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, um die deutsche Kinolandschaft zu stärken, der sich die Film- und Medienstiftung NRW angeschlossen hat. Beide Filmförderungen stiften den Preis gemeinsam.

Auf der Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen bereit.

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NOMINIERUNGEN FüR DEN SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2017 STEHEN FEST

Fünf Filmkritiken aus artechock, cargo, Perlentaucher, Spiegel Online und Welt wurden für den Siegfried Kracauer Preis 2017 in der Kategorie „Beste Filmkritik“ nominiert. Das Jahresstipendium erhält Lukas Foerster für eine Essayreihe zum Thema „Neue Cinephilie“. Beide Auszeichnungen werden am 16. September 2017 im Rahmen des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein verliehen.

 

Bereits zum vierten Mal wird der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Siegfried Kracauer Preis für die „Beste Filmkritik“ und ein Jahresstipendium verliehen. Die MFG Baden-Württemberg und die Film- und Medienstiftung NRW richten den Preis in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik gemeinsam aus. Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, wird die Auszeichnung gemeinsam mit dem Geschäftsführer der MFG, Prof. Carl Bergengruen, am 16. September 2017 überreichen. Die Gewinner werden im Rahmen der Preisverleihung des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein geehrt.

Eine dreiköpfige unabhängige Fachjury, zusammengesetzt aus Vertretern der Sparten Filmproduktion, Filmverwertung und Filmkritik, beschied in einer gemeinsamen Sitzung über die Preisvergabe. Die Jury bestand 2017 aus der Filmregisseurin Lola Randl, der Vorstandsvorsitzenden des X Verleih Manuela Stehr und dem Filmkritiker Ekkehard Knörer, Gewinner des Siegfried Kracauer Preises 2016.

Nach einer anonymen Auswertung von 80 eingereichten Filmkritiken wurden fünf Nominierte bestimmt, die nun auf der Shortlist für den mit 3.000 Euro dotierten Preis für die Beste Filmkritik stehen. Zudem entschied die Jury über die Vergabe des mit 12.000 Euro ausgestatteten Jahresstipendiums, für das sich 15 Filmkritiker.innen beworben hatten. Es ist geknüpft an die Veröffentlichung einer Artikelserie sowie das Verfassen regelmäßiger Blogbeiträge. Medienpartner für die Veröffentlichungen der Texte, die im Rahmen des Stipendiums entstehen, ist der in Bonn ansässige FILMDIENST.

Die fünf Nominierten für die Beste Filmkritik 2017 sind:

Federico Sanchez mit dem Text „Beyoncé im Monstertruck“, erschienen auf artechock im März 2017 (Filmkritik zu „I Am Not Your Negro“)
Elena Meilicke mit dem Text „Zum Wasser“, erschienen in cargo Film/Medien/Kultur im Juni 2016 (Filmkritik zu „L‘Avenir“)
Lukas Foerster mit dem Text „Unbedingt entzückende Mischwesen“, erschienen im Perlentaucher im Dezember 2016 (Filmkritik zu „Salt and Fire“)
Johannes Bluth mit dem Text „Auf einmal ist da diese Wut“, erschienen bei Spiegel Online im Mai 2017 (Filmkritik zu „Nocturama“)
Cosima Lutz mit dem Text „Wenn du nicht weiter weißt, bau dir einen Wal“, erschienen in der Welt im August 2016 (Filmkritik zu „1001 Nacht“)

Wer in der Kategorie „Beste Filmkritik“ gewinnt, wird bei der Preisverleihung am 16. September bekannt gegeben.

Stipendiat des Siegfried Kracauer Preises 2017 ist Lukas Foerster. Seine Bewerbung konnte die Jury mit dem Vorhaben überzeugen, sich in der Essayreihe dem Thema „Neue Cinephilie“ zu widmen.
Die Jury hob hervor: In Zeiten, in denen überall in der Publizistik gespart wird, begrüßen wir es, dass es diesen Preis gibt. Auffällig war bei den diesjährigen Bewerbungen fürs Stipendium, wie oft für Filmkritiker.innen die Zukunft des Kinos von der 35mm-Vergangenheit her gedacht wird. Angesichts der erfreulichen Bandbreite von Alter, Werdegängen und Konzepten der Bewerber.innen hätten wir gerne mehrere Stipendien vergeben.
Die eingereichten Arbeiten überzeugten durch hohes Niveau, das umso überraschender ist angesichts der immer schwieriger werdenden beruflichen Aussichten und finanziellen Situation von Filmkritiker.innen.

Die Auslobung des Siegfried Kracauer Preises ist eine Initiative der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, um die deutsche Kinolandschaft zu stärken, der sich die Film- und Medienstiftung NRW angeschlossen hat. Beide Institutionen sehen in der Filmkritik einen wichtigen Faktor für den langfristigen Bestand und die Weiterentwicklung einer vielfältigen Kinokultur. Insbesondere die mediale Rezeption und journalistische Rezension von Filmen erzeugt und bereichert jene Öffentlichkeit und Diskurse, die Filmtheater als Orte der Filmkultur bewahren.

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