EMAF-MEDIENKUNSTPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK VERGEBEN

Im Rahmen des EMAF – European Media Art Festival 2015 erhielt "sry bsy" von Verena Westphal am 26. April 2015 den EMAF-Medienkunstpreis der deutschen Filmkritik

 

Vom 22. bis 26. April 2015 fand in Osnabrück das EMAF - European Media Art Festival 2015 statt. Im Rahmen der Preisverleihung am 26. April wurde neben weiteren Preisen wie dem „EMAF-Award", „arte creative Newcomer Award" und dem „Dialogpreis" des Auswärtigen Amtes, der „EMAF-Medienkunst-Preis" der deutschen Filmkritik vergeben.

 

Die Jury des Verbandes der deutschen Filmkritik e.V. bestand in diesem Jahr aus Dr. Günther Agde, Ruth Schneeberger und Carolin Weidner. Sie kürten Verena Westphals „sry bsy" mit dem Filmkritiker-Preis und begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen:

 

„Ein Menschlein sitzt an seinem übervollen Schreibtisch und haut tüchtig in die Tasten, doch die Akten und Papierberge wollen einfach nicht weichen. Der Zeichentrickfilm "sry bsy" von Verena Westphal zeigt den modernen arbeitenden Menschen als irren Sisyphos, der seine Grundbedürfnisse nur noch nebenbei erledigen kann. Nahrungsaufnahme und -abgabe werden dem Arbeitsprozess untergeordnet und so effizient wie möglich intravenös erledigt, das Essen wird mitsamt Messer gleich in den Magen gestopft. Nicht mal für die vollständige Mitteilung "Sorry, I'm busy" reicht die Zeit - ein Zustand, unter dem auch dieser Film offenbar entstanden ist. Der so witzige wie provokante Film über ein zeitgenössisches Phänomen ragt aus dem Wettbewerb durch seine punktgenaue Umsetzung, die zeichnerische Unmittelbarkeit und die prägnante Botschaft heraus. Humor und Schärfe sind seine Waffen."

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 EMAF 2015

© Kerstin Hehmann

 

EMAF 2015

 © Angela von Brill

EMAF 2015

 © Angela von Brill

 EMAF 2015

  © Angela von Brill

 

 

LIMBO ERHäLT VDFK-PREIS BEI ACHTUNG BERLIN

Beim 11. Achtung Berlin Filmfestival hat die Regisseurin für ihren Film Limbo den Preis des Verbands der deutschen Filmkritik erhalten.
VDFK-Jury 2015 mit Anna Sofie Hartmann

Begründung:

"Limbo hat alles, was ein richtig guter Film braucht: Er ist dramaturgisch überraschend, formal irritierend, er lässt Lücken für die Fantasie. Anna Sofie Hartmann erzählt in einem sozial präzis situierten, faszinierenden Setting mit scheinbar minimalistischen Mitteln eine große, tragische Liebesgeschichte. Nichts wird auserklärt, und trotzdem – oder deshalb – ist alles kristallklar. Sogar eine Art Happyend gibt es, und es tut richtig gut weh."

Die dreiköpfige Jury bestand 2015 aus Jürgen Kiontke (l.), Claudia Lenssen (2.v.r.) und Jan Schulz-Ojala (r.). Auf dem Foto ist die Jury mit der Preisträgerin zu sehen.

Weitere Informationen über den Film finden sich bei Achtung Berlin und auf der Facebook-Seite des Films.

Foto: © new berlin film award / Christine Kisorsy

DFFB: OFFENER BRIEF DES VDFK AN DEN REGIERENDEN BüRGERMEISTER VON BERLIN

Stellungnahme des VdFk zu den aktuellen Entwicklungen an der dffb

Berlin, 9. März 1015 

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
 
mit Erstaunen und zunehmender Sorge beobachtet der Verband der Deutschen Filmkritik die neuesten Entwicklungen an der "Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH" (DFFB).
 
Im Zusammenhang mit der anstehenden Berufung eines neuen DFFB-Direktors soll jetzt ein externer Kandidat an den vorhandenen Bewerbern und dem offiziellen Bewerbungsverfahren vorbei von oben herab, ohne Konzeption und ohne Beteiligung der im Verfahren vorgesehenen Findungskommission installiert werden.
 
Dies ist ein mehr als ungewöhnlicher Schritt, der mit dem Gebot einer demokratischen Institution zu Verfahrensgerechtigkeit so wenig vereinbar ist, wie mit dem legitimen Anspruch aller Beteiligten auf ein ihnen gegenüber faires Verfahren und mit dem Anspruch der Öffentlichkeit auf Transparenz.
 
Die Gründe für diesen Schritt sind bisher nicht bekannt gegeben worden.
 
Bereits Mitte Dezember traten zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Film und anderen kulturellen Bereichen - darunter Erika und Ulrich Gregor, Hans Helmut Prinzler, Jutta Brückner, Christian Petzold und Rosa von Praunheim, um hier stellvertretend nur einige wenige besonders bekannte Namen zu nennen - in einer Ihnen gewiss bekannten gemeinsamen Erklärung für eine Konsenslösung bei der anstehenden Besetzung des Direktorenpostens ein, und dafür, diese Besetzung nicht gegen die Dozenten und Studierenden an der DFFB oder an ihnen vorbei vorzunehmen.
Genau dies geschieht leider gerade durch den Vorsitzenden des DFFB-Kuratoriums und Chef der Senatskanzlei, Herrn Björn Böhning.
 
Wir stellen hiermit fest, dass, wie auch Presseberichte der letzten Wochen bestätigen, bei vielen kundigen Beobachtern der Eindruck entsteht, dass Teile des Kuratoriums weder an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind, noch daran, auch nur die Kriterien des selbstgewählten Verfahrens einzuhalten.
Stattdessen scheint es, als solle die DFFB mit Gewalt einseitig in eine industriefreundliche Film-Kaderschmiede verwandelt werden.
Wir stellen ferner fest, dass dieser Eindruck offenbar auch bei Teilen des Kuratoriums herrscht: In der eigenen Pressemitteilung des Senats, die - auch dies ein aus unserer Sicht ungewöhnlicher Vorgang - ohne Absender durch eine im Auftrag des Senats tätige Presseagentur vertrieben wurde, das Kuratorium selbst Erklärungsbedarf für das Verfahren sieht, und Herrn Böhning um Erläuterung bittet.
 
Wir, die Vertretung der Filmkritiker Deutschlands, stellen fest: Der Chef der Senatskanzlei betreibt Schindluder mit dem historischen Erbe der DFFB, und gefährdet mutwillig die Existenz dieser so renommierten wie einmaligen Institution der deutschen Filmkultur.
Der VDFK protestiert gegen die offene Ignoranz gegenüber demokratischen Grundwerten.
 
Wir fordern Sie, sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister, freundlich auf, ein Berufungsverfahren zu garantieren, das von Transparenz, Fairness und Gleichbehandlung aller Bewerber geprägt ist, und das den Charakter, das Selbstverständnis und das historische Erbe der DFFB nicht gefährdet.
 
Der im Augenblick entstehende Eindruck, dass von Seiten des Berliner Senats in laufende Verfahren eingegriffen wird und willkürlich die Bewerbungsmodalitäten geändert werden, beschädigt nicht nur die DFFB und den möglichen zukünftigen Direktor, es würde auch die Berliner Film- und Kulturpolitik als Ganzes nachhaltig Schaden zufügen.
 
Kein Beteiligter, auch nicht der Vorsitzende des Kuratoriums und erst recht kein möglicher Direktor kann ein Interesse daran haben, dass das Vertrauen in die gemeinsame Zusammenarbeit bereits von Beginn an ohne Not derart empfindlich gestört würde.
 
Völlig inakzeptabel wäre es auch, wenn ein inkorrekt durchgeführtes Verfahren mögliche juristische Auseinandersetzungen nach sich ziehen würde.
 
Da die DFFB Eigentum des Landes Berlin ist, tragen Sie, Herr Regierender Bürgermeister, eine besondere Verantwortung für die Zukunft der DFFB wie für die Bewahrung dieser einzigartigen Institution der deutschen Filmlandschaft.
 
Wir fordern Sie dringend auf, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
 
Mit freundlichem Gruß
 
Vorstand und Beirat des Verbands der Deutschen Filmkritik (VdFk e.V.)
 
Dunja Bialas
Jennifer Borrmann
Frédéric Jaeger
Peter Kremski
Claus Löser
Jan Schulz-Ojala
Rüdiger Suchsland
Wilfried Reichart
Rudolf Worschech
Dennis Vetter
Florian Vollmers