EMAF-PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK FüR WOMAN WITHOUT MANDOLIN

Beim European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück 2016 hat die Jury des Verbands der deutschen Filmkritik Fabiano Mixos Film „Woman Without Mandolin“ (D, 4:47 Min) ausgezeichnet.

Der EMAF-Medienkunst-Preis der deutschen Filmkritik wird an eine herausragende deutsche Arbeit des Festivals vergeben und ist mit 1000 Euro dotiert.

 

Begründung:

Woman Without Mandolin zeigt uns das Portrait einer Frau – ein Portrait in Bewegung. Ein Gesicht und einen Körper durch die Zeit zerschnitten und geteilt - in der Zeit und durch die Zeit gefaltet. Dieser kunstvolle und poetische Film von Fabiano Mixo ist nicht nur inspiriert von der kubistischen Malerei und ihren Meistern, er ist vielmehr deren Aktualisierung durch die Möglichkeiten der Audiovisualität, durch die Montage, die für die Dauer eines Films unaufhörlich fragmentiert und neue Proportionen schafft.

Mit diesem Film zeigt Mixo, dass er eine klare Vorstellung vom Wesen der Filmkunst hat, von ihrer Möglichkeit, den Kubismus durch Bewegung und Zeit neu zu denken und neu zu öffnen. Er etabliert auch einen Blick auf den Menschen, dem nicht nur eine Perspektive gemäß sein kann und durch den sich der Mensch stets zeigt und gleichzeitig verbirgt. Durch dieses Verfahren und die intensive Präsenz seiner Darstellerin Miriam Goldschmidt wirft Mixos Film die ganz fundamentale Frage nach der Wahrnehmung und der Repräsentation des anderen Menschen auf.“

Die VDFK-Jury 2016: Lukas Stern, Carolin Weidner und Wilfried Hippen (vlnr) / Foto: Angela von Brill

Berlin/Osnabrück, 25.04.2016

DER NACHTMAHR MIT VDFK-PREIS BEI ACHTUNG BERLIN AUSGEZEICHNET

Beim Filmfestival Achtung Berlin wurde gestern Abend "Der Nachtmahr" mit dem Preis des Verbands der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Der VDFK-Preis für einen Film aus dem Spielfilm-Wettbewerb von Achtung Berlin geht 2016 an "Der Nachtmahr" von Akiz. Eine Lobende Erwähnung ging an "Ferien" von Bernadette Knoller.

Produzent Simon Rühlemann mit Hauptdarstellerin Carolyn Genzkow / (c) achtung berlin 2016

Begründungen:

Gewinner: Der Nachtmahr von Akiz

Dieser Film fährt seinem Publikum direkt in die Eingeweide. Noch vor dem eigentlichen Beginn bereitet Regisseur Akiz mit durchaus ernstgemeinten Gesundheitswarnungen auf die Alptraumvisionen vor, die er auf sein Publikum loslässt. Ein Film wie auf Drogen: Mit rastloser Kamera, unbescheidenem und geschultem Stilwillen, einem angstfreien Traum vom deutschen Genrefilm, viel Verve und noch mehr inszenatorischer Euphorie zieht uns „Der Nachtmahr“ in seinen Bann. Ein Film, der sein Publikum ganz sicher spaltet - allerdings mit einer unbedingten Kompromisslosigkeit, die nachhaltig fasziniert und verstört. Eine Ausnahmeerscheinung. Eine Provokation. Ein Glücksgriff für das deutsche Kino.

Lobende Erwähnung für: Ferien von Bernadette Knoller 

Eine junge Frau, angehende Juristin, hört von einem Moment auf den anderen auf, im System zu funktionieren – und wird von ihren Eltern kurzerhand auf eine namenlose deutsche Insel verschifft. Was für ein Debütfilm! Zunächst mit abrupten Schnitten elliptisch erzählt, entführt uns Bernadette Knoller in ein vielerorts absurdes Universum, in dem niemand so richtig tickt – und genau das macht den Reiz dieses Aussteiger-Märchens aus. Mit trockenem Slapstick, viel Liebe zu seinen Figuren und einem surrealen Touch schickt dieser Film sein Publikum selbst in die Ferien - vom konventionellen Erzählen, von der Leistungslogik und von der unerträglichen Normalität des Seins.

 

Die dreiköpfige VDFK-Jury bestand 2016 aus den FilmkritikerInnen Toby Ashraf, Bettina Hirsch und Christoph Petersen.

Berlin, 21.04.2016

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER GEWINNT PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK

Filmkritiker küren „Der Staat gegen Fritz Bauer“ zum besten Film des Jahres und ehren Produzent Joachim von Mengershausen für seine Verdienste um den deutschen Film.

 

Lars Kraumes Drama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ über das Wirken des Nazi-Jägers Fritz Bauer im Nachkriegsdeutschland ist vom Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) als bester Spielfilm des Jahres 2015 ausgezeichnet worden. Hauptdarsteller Burghart Klaußner erhielt den Preis als bester Darsteller. Der VdFk hat am Montag, den 15. Februar 2016, den Preis der deutschen Filmkritik im Rahmen der Berlinale in 12 Kategorien vergeben. Dabei wurde Gerd Schneiders Drama „Verfehlung“ über einen Priester, der mit einem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche konfrontiert wird, als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. Laura Tonke, die in „Hedi Schneider steckt fest“ eine Depressions-Patientin spielt, wurde als beste Darstellerin des Jahres geehrt. In gleich zwei Kategorien gewann Sebastian Schippers in einer einzigen Einstellung gedrehtes Berlin-Drama „Victoria“, sowohl Sturla Brandth Grøvlen für die beste Kamera als auch Nils Frahm für die beste Musik in „Victoria“ erhielten eine Auszeichnung. Auch Dietrich Brüggemanns Neonazi-Farce „Heil“ wurde zweimal gekürt: Die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an Dietrich Brüggemann, während Vincent Assmanns Leistung als Editor mit dem Preis für den besten Schnitt gewürdigt wurde.

Ekrem Ergüns „Hördur“ über ein Mädchen, das seine Leidenschaft für Pferde entdeckt, wurde als bester Kinderfilm des Jahres prämiert. Bester Dokumentarfilm ist Martin Gressmanns „Das Gelände“, der über Jahrzehnte ein Berliner Brachgelände beobachtet, auf dem während der NS-Diktatur das Gestapo-Hauptgebäude stand. Marko Mijatovics „Stadt der Elefefanten“ über eine ehemalige Bergarbeitersiedlung in Bosnien-Herzegowina wurde von den Filmkritikern als bester Kurzfilm des Jahres ausgezeichnet. Bester Experimentalfilm ist Alexandra Gerbaulets „Schicht“, der die persönliche Geschichte der Autorin mit der NS-Vergangenheit der Stadt Salzgitter verbindet.

Den Ehrenpreis vergaben die Filmkritiker an den früheren Redakteur und Produzenten Joachim von Mengershausen für seine Verdienste um den deutschen Film. Mit seinem Schaffen sind die Erfolge von Wim Wenders, Rainer Werner Fassbinder, Edgar Reitz, Peter Lilienthal und Rosa von Praunheim verbunden. „Wenn es Joachim von Mengershausen nicht gegeben hätte, wäre das Deutsche Kino erheblich ärmer gewesen“, sagte Wim Wenders, der die Arbeit Mengershausens im Rahmen der feierlichen Preisverleihung mit einer persönlichen Laudatio würdigte.

 

 

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Erster Preisträger war vor sechzig Jahren Helmut Käutners „Der Hauptmann von Köpenick“. Über die Preisvergabe entscheiden mehrere Jurys, die aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik bestehen.

Hier können Sie das Pressedossier herunterladen >>

 

 

 

mehr...