KINO MACHEN ANDERE / ABLAUFPLAN

Erstmals laden der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) und die Heinrich-Böll-Stiftung am Vorabend der Berlinale, dem größten Fest der deutschen Filmbranche, zu einer internationalen Konferenz ein, die sich dem Zustand der deutschen Filmkultur widmet. Unter dem Titel „KINO MACHEN ANDERE – Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“ diskutieren internationale Gäste über den anhaltenden Misserfolg der Filme auf internationalen Festivals, der 2015 darin seinen Tiefpunkt fand, dass kein einziger Beitrag aus Deutschland in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Locarno vertreten war.

 
Die Konferenz findet am Mittwochabend, 10. Februar 2016 um 18:30 Uhr im "silent green Kulturquartier" statt. Charles Tesson, Leiter der Semaine de la Critique in Cannes, wird in seiner Keynote die Lage aus der Sicht eines wichtigen Festivalmachers beleuchten. Im Folgenden werden Symptome, Ursachen und Lösungsansätze debattiert, zunächst aus der Distanz und dann ausgehend von den konkreten Förder- und Produktionsbedingungen des aktuellen deutschen Kinos. Zu den weiteren Gästen gehören Richard Brody (The New Yorker), Sergio Fant (Festival del film Locarno), Bettina Reitz (hff München), Katrin Schlösser (ö Filmproduktion), Brigitta Wagner (Autorin Berlin Replayed) und Lars Henrik Gass (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen).
 
 
Konferenz:
„KINO MACHEN ANDERE –
Warum der deutsche Film nur unter sich feiert“
 
 
Datum:
Mittwoch, 10. Februar 2016
 
 
Uhrzeit:
18:30 Uhr (Einlass/Registrierung: 17:30 Uhr)
 
 
Ort:
silent  green Kulturquartier (ehem. Krematorium)
Gerichtstr. 35
13347 Berlin- Wedding
 
 
Anfahrt:
S- & U-Bahnhof Wedding (S41 / S42 / U6)
  
Wir bitten um frühzeitiges Erscheinen aller angemeldeten Teilnehmer und die anderen um Geduld.
 
Anmeldung: konferenz@vdfk.de (Freier Eintritt im Rahmen der verfügbaren Plätze)
 
 
Konferenzsprache ist Englisch. Das zweite Panel findet in deutscher Sprache statt und wird ins Englische simultan übersetzt.
 
 

Ablauf:
 
18.30 Uhr
Begrüßung durch die Heinrich Böll Stiftung e.V. und den Verband der deutschen Filmkritik e.V. (VdFk)
 
im Anschluss: 
  Charles Tesson (Keynote)
 
I) Internationale Bühnen und der deutsche Film
 
Gespräch: 
  Richard Brody
  Charles Tesson
  Sergio Fant
 
Moderation: 
  Carmen Gray
 
Pause
ca. 20 min.
 
II) Hindernisse und Strategien
  
Impuls-Vortrag von Brigitta Wagner (Filmhistorikerin, Regisseurin)
 
Impuls-Vortrag von Lars Henrik Gass (Int. Kurzfilmtage Oberhausen)
 
Im Anschluss:
 
Debatte mit dem Publikum und 
  Bettina Reitz
  Katrin Schlösser
  Brigitta Wagner
  Lars Henrik Gass
 
Moderation: 
  Andreas Busche
 
22:30 Uhr
Ende

EHRENPREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK AN JOACHIM VON MENGERSHAUSEN

 

Für seine Verdienste um den deutschen Film wird der frühere Redakteur und Produzent Joachim von Mengershausen 2016 mit dem Ehrenpreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Damit würdigt der Verband der deutschen Filmkritik Joachim von Mengershausen für sein Lebenswerk, mit dem er sich in filmhistorisch bedeutsamer Weise dem deutschen Film verpflichtet hat. Mit dieser Auszeichnung wirft der Verband einen Blick zurück auf die filmhistorische Epoche des Neuen Deutschen Films und die großen Erfolge des deutschen Autorenfilms. An diesem herausragenden Kapitel deutscher Filmgeschichte, in dem der deutsche Film weltweite Anerkennung fand, hat Joachim von Mengershausen maßgeblich mitgewirkt.

Mit seiner Arbeit verbunden sind Namen wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Edgar Reitz, Peter Lilienthal oder Rosa von Praunheim, deren Filme er als Produzent, Dramaturg oder Redakteur des Westdeutschen Rundfunks umfänglich ermöglicht hat oder deren Anfänge er – im Fall von Rainer Werner Fassbinder – in eigener Regie filmisch dokumentiert hat. Unter dem von ihm verantworteten Filmen finden sich so zeitgeschichtlich herausragende Werke wie Alice in den Städten, Paris Texas und Der Himmel über Berlin von Wim Wenders oder Heimat und Die zweite Heimat von Edgar Reitz.

Mit der Verleihung des Ehrenpreises an Joachim von Mengershausen würdigt der Verband der deutschen Filmkritik eine kreative Leistung filmischer Mitgestaltung, die epochenbildende Bedeutung hatte. Zudem hat Joachim von Mengershausen auch als Filmkritiker gearbeitet, wodurch sich der Verband der deutschen Filmkritik ihm zusätzlich verbunden fühlt.

Der Ehrenpreis wird im Rahmen der Verleihung der Preise der deutschen Filmkritik vergeben, die am Montag, dem 15. Februar 2016 während der Berlinale stattfindet. Die Laudatio hält Wim Wenders.

Veranstaltungsort: Tube Station (Friedrichstr. 180-184, 10117 Berlin; U2 – Stadtmitte)
Einlass: 19 Uhr 30
Beginn der Preisverleihung: 20 Uhr

Zutritt nur auf Einladung.

 

STELLUNGNAHME ZUR NEUBESETZUNG DER FESTIVALLEITUNG MAX OPHüLS PREIS

In einer gestern von der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz versandten Pressemitteilung zur Zukunft des "Festival Max-Ophüls-Preis" und Neubesetzung der Festivalleitung ohne vorherige Ausschreibung heißt es unter anderem:

"Personalvorschläge kamen auch aus der Filmbranche selbst. Zu den Experten, die uns hier beraten haben, zählten unter anderem ... auch Vertreter aus dem Verband der deutschen Filmkritiker".

Hierzu stellen wir fest: Es hat keinerlei Beratung durch den "Verband der deutschen Filmkritik" (VDFK) stattgefunden, auch hat der VDFK der Stadt Saarbrücken keinerlei Personalvorschläge gemacht; auch einem Expertengremium der Stadt Saarbrücken gehört der VDFK nicht an.

Mit ihren Formulierungen möchte die Oberbürgermeisterin gezielt den Eindruck erwecken, als stünde der Verband der deutschen Filmkritik hinter besagter Mitteilung und hinter dem darin formulierten Versuch den Nachfolger einer verdienten Festivalleiterin ohne seriöse Ausschreibung oder Fachberatung einzusetzen.

Diesen Eindruck weisen wir entschieden zurück!

Im Gegenteil beobachtet der VDFK mit Sorge und Verwunderung, wie ein funktionierendes, über Deutschland hinaus renommiertes Festival durch politische Willkür gefährdet wird. Wir teilen die Sorgen vieler deutschen Filmemacher wie auch vieler Sponsoren um die Zukunft des "Festivals Max Ophüls-Preis".

Der "Verband der deutschen Filmkritik" fordert die Stadt Saarbrücken auf, die organisatorische und ökonomische Unabhängigkeit des "Festival Max-Ophüls-Preis" sicherzustellen, und die Neubesetzung der Festivalleitung in einem transparenten, Kriterien der "corporate governance" verpflichteten, öffentlichen und fachlich kompetenten Verfahren zu gewährleisten.

Mit freundlichem Gruß

Vorstand und Beirat

27.01.2016