In der Zeit vom 14. bis 19. April 2026 fand das 38. Filmfest Dresden statt. Zum sechsten Mal wurde dort der Dresdner Kurzfilmpreis des Verbands der deutschen Filmkritik vergeben. Der undotierte Preis ging an einen Film im Internationalen Wettbewerb, in dem 34 Filme aus 20 Ländern in sechs Programmen zu sehen waren. Über die Auszeichnungen entschieden in der VdFk-Jury Reinhard Kleber, Holger Twele und Bettina Hirsch.

Boundaries © Seun Yee
Ausgezeichnet mit dem Dresdner Kurzfilmpreis des Verbands der deutschen Filmkritik wurde der südkoreanische Animationsfilm Boundaries (경계) von Seun Yee. Seine Weltpremiere hatte der 12-minütige Film ein Jahr zuvor im Kurzfilmwettbewerb des Animafest Zagreb. Eine Lobende Erwähnung ging an den 19-minütigen französischen Film Sand Dog (Le chien des sables) von Fabien Dao, der zuvor beim Kurzfilmfestival Clermont-Ferrand in der Sektion Regards d’Afrique Weltpremiere feierte.
Die südkoreanische Künstlerin Seun Yee, geboren Mitte der 80er Jahre in Seoul, arbeitet in ihren Filmen mit komplexen Cut-out-Animationen auf Grundlage eigener Gemälde. Nach einem Studium an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag lebt sie heute wieder in Südkorea. Der französisch-burkinische Filmemacher Fabien Dao ist in Paris geboren und studierte an der französischen Filmhochschule La Fémis.

Der Dresdner Kurzfilmpreis des Verbands der deutschen Filmkritik geht an:
Boundaries (경계)
Südkorea 2025
Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Animation, Produktion: Seun Yee
Jury-Begründung:
Ein alltäglicher Störfall in einem Bus führt zu einer variantenreichen Etüde über Egoismus und Rücksichtslosigkeit und mündet in einer starken Metapher zu einem Konflikt der Weltpolitik. Seun Yee überrascht uns in ihrem vielschichtigen Animationsfilm immer wieder mit phantasievollen Wendungen, elegant komponierten Bildfolgen und einem klugen Sounddesign. Eine surreale Reflexion über Verrohung und Machtgier in der Gesellschaft.
Sand Dog (Le Chien des sables) © Fabien Dao
Eine Lobende Erwähnung der Jury des Verbands der deutschen Filmkritik geht an den französischen Kurzfilm Sand Dog (Le chien des sables) von Fabien Dao für seine Erzählung über einen wunderbaren Brückenschlag zwischen einem verlorenen Mann und einem traumatisierten Jungen.
Sand Dog (Le Chien des sables)
Frankreich / Burkina Faso 2025
Regie und Buch: Fabien Dao
VdFk-Juror Reinhard Kleber mit dem japanischen Filmkünstler Shunsaku Hayashi, der den Dresdner Kurzfilmpreis für Seun Yee entgegennahm. Foto: Michael Kaltenecker/Filmfest Dresden
