
Am Samstag, dem 21. Februar 2026 wurde auf der Berlinale erneut in vier Kategorien der Preis der internationalen Filmkritik der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI) vergeben. Wie im Jahr zuvor erfolgte die Preisverkündung am letzten Festivaltag gemeinsam mit anderen unabhängigen Jurys im Konferenzraum des Berlinale-Pressezentrums im Grand Hyatt Berlin am Marlene-Dietrich-Platz.
Zwölf Filmkritiker*innen aus aller Welt zeichneten jeweils einen Film aus den Sektionen Internationaler Wettbewerb, Perspectives, Panorama und Forum mit dem Preis der internationalen Filmkritik (FIPRESCI Award) aus. Die Sektion Perspectives war schon im Jahr zuvor an die Stelle der Sektion Encounters getreten.
Die internationalen Filmkritiker*innen stammten in diesem Jahr aus Palästina/Frankreich, Griechenland, Argentinien, Belgien, Kolumbien, Rumänien, Italien, Iran und Madagaskar. Dazu kamen drei Juror*innen aus Deutschland. Insgesamt bestand die Jury aus acht Juroren und vier Jurorinnen. Jury-Präsidentin war Dana Duma (Rumänien).

Traditionell stellt der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) im Service der FIPRESCI auf der Berlinale den Jury-Koordinator, der für die FIPRESCI auch die Preisverleihung koordiniert. Für die FIPRESCI übernahm diese Aufgabe in diesem Jahr erneut VdFk-Mitglied Schayan Riaz, der von der FIPRESCI dauerhaft in dieses Amt berufen ist. Als Juror*innen wirkten für den VdFk die Filmkritikerinnen Anne Küper und Ursula Kähler und für die Berufsvereinigung deutscher Medienjournalisten (BVMJ) Rolf-Rüdiger Hamacher mit.
Anne Küper (critic.de) entschied zusammen mit Saleem Albeik (Palästina/Frankreich) und Ioannis Raouzaios (Griechenland) über den Preis der internationalen Filmkritik in der Sektion Internationaler Wettbewerb. Ursula Kähler (Cicero) vergab zusammen mit Amirata Joolaee (Iran) und Aina Randrianatoandro (Madagaskar) den Preis der Internationalen Filmkritik in der Sektion Forum. Rolf-Rüdiger Hamacher (Kölnische Rundschau) war zusammen mit Alfredo Friedlander (Argentinien) und Jessica Matthys (Belgien) für die Vergabe des internationalen Filmkritiker-Preises in der Sektion Perspectives zuständig.

Weitere Jury-Mitglieder waren Juan Carlos Lemus Polanía (Kolumbien) und Roberto Baldassarre (Italien), die zusammen mit Jury-Präsidentin Dana Duma (Rumänien) für die Sektion Panorama zuständig waren.
Ausgezeichnet mit dem Preis der internationalen Filmkritik wurden die Filme Soumsoum, la nuit des astres (Frankreich/Tschad) von Mahamat-Saleh Haroun in der Sektion Internationaler Wettbewerb, Animol (Großbritannien) von Ashley Walters in der Sektion Perspectives, Narciso (Paraguay) von Marcelo Martinessi in der Sektion Panorama und AnyMart (Japan) von Yusuke Iwasaki in der Sektion Forum.

Jury-Begründungen:
Soumsoum, la nuit des astres / Soumsoum, the Night of the Stars (Internationaler Wettbewerb)
„We have the honour to dedicate our prize to a film of quiet yet profound poetic and political power. Set in a desert village suspended between reality and dream, the film follows a young woman marked as different and treated as an outsider. Through restrained dialogue and a masterful interplay of image, rhythm, and sound, it is a work of luminous magical realism in which landscape becomes both aesthetic and emotional terrain. With its contemplative pacing, striking cinematography, feminist force and critique of authoritarianism, the film affirms the autonomy of its heroine, in its delicate balance between beauty and resistance. The FIPRESCI prize goes to Soumsoum, la nuit des astres directed by Mahamat-Saleh Haroun.“
Animol (Perspectives)
„With very impressive cinematography and authentic performances, the movie depicts a detention center – a violent environment where young people are serving their sentences. The film subtly portrays the tensions and rivalries required to survive, as well as the friendships between the characters, and ultimately delivers a positive message. The FIPRESCI prize goes to Animol directed by Ashley Walters.“
Narciso (Panorama)
„A film that doesn’t explain authoritarianism, but makes it audible and breathable through radio, interiors, and the nocturnal city. Its paranoid-thriller grammar turns culture—what is broadcast, what is heard—into a battleground where desire, prestige, and fear quietly reorganize public life. The FIPRESCI Panorama Jury awards the prize to Narciso by Marcelo Martinessi.“
Chirudo / AnyMart (Forum)
„We were captivated by this sharp satire, at once humorous and horrific, of contemporary Japanese youth confronted with harsh, mind-numbing jobs and toxic family pressure. As a horror comedy, it achieves a striking balance between moments of levity and scenes of extreme violence. For these reasons, we have decided to present the FIPRESCI Award in the Forum section to AnyMart, directed by Yusuke Iwasaki.“
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Filmen, den einzelnen Jurymitgliedern und ihren Festivalberichten hier Berlinale 2026 (fipresci.org)

Am Montag, dem 16. Februar lud die FIPRESCI erstmals auf der Berlinale zu einem FIPRESCI-Cocktail ein. Ort des zweistündigen FIPRESCI-Empfangs mit 150 Gästen war der EFM-Stand des Arab Cinema Centers im Marriott Hotel Berlin am Inge-Beisheim-Platz (Nähe Potsdamer Platz). Begrüßung: Ahmed Shawky, Präsident der FIPRESCI und Generalsekretär des Ägyptischen Filmkritikerverbands.
Den Tag zuvor fand das reguläre Berlinale-FIPRESCI-Meeting mit nach Angaben der FIPRESCI mehr als 20 Delegierten der nationalen Filmkritik-Verbände statt. Die deutsche Sektion in der FIPRESCI wurde bei dem Meeting durch Yun-hua Chen vertreten. Versammlungsort war ein Meeting-Raum im Presse Service Center des Atrium Towers (Theaterufer), der diesmal auch als Ort der Jury-Sitzungen fungierte, die in den Vorjahren im Board Room des Pressezentrums im Grand Hyatt Berlin abgehalten worden waren.

Unser Dank geht an Ahmed Shawky als Präsident der FIPRESCI, Schayan Riaz als Berlinale-Jury-Koordinator der FIPRESCI, Frauke Greiner als Leiterin der Berlinale-Presseabteilung und Maike Dietrich als Jury-Koordinatorin der Berlinale.
