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ERSTER SIEGFRIED KRACAUER PREIS 2013 IN BERLIN VERLIEHEN

Den Siegfried Kracauer Preis in der Kategorie „Beste Filmkritik“ gewinnt Cristina Nord und das Stipendium für das Jahr 2014 geht an Nino Klingler.

Cristina Nord und Nino Klingler

Berlin, 23.11.2013

Im Berliner Kino Arsenal verlieh am Samstagabend die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) zum ersten Mal den Siegfried Kracauer Preis. Der von der MFG gestiftete Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. In der Kategorie „Beste Filmkritik“ konnte VdFk-Mitglied Cristina Nord mit ihrer Kritik zu Ulrich Seidls Film Paradies: Liebe „Eine Kordel trennt die beiden Sphären“ (tageszeitung, 03.01.2013) die Jury überzeugen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Das mit 12.000 Euro ausgestattete Jahresstipendium erhielt Nino Klingler, ebenfalls Mitglied im VdFk. Das Stipendium ist mit dem monatlichen Verfassen einer Filmkritik sowie insgesamt zweier kritischer Essays zum Thema „Zukunft des Kinos“ verknüpft.

Die Jury des Siegfried Kracauer Preises bestand in diesem Jahr aus der Direktorin des Frankfurter Filmmuseums Claudia Dillmann, der Geschäftsführerin von Vision Kino Sarah Duve sowie dem Wiener Filmkritiker Dominik Kamalzadeh.

Zu ihrer Wahl für die Beste Filmkritik 2013 erklärte die Jury, Cristina Nord beweise die Qualität des Abwiegens „gegenüber einem Regisseur, der gemeinhin als einer gilt, der nur zwei Alternativen zulässt: Man ist entweder für oder gegen ihn. Ohne die ästhetischen Qualitäten des Films kleinzureden, weist sie in ihrer Kritik mit Beharrlichkeit auf ungelöste Fragen in der Grundkonzeption der Arbeit hin, auf eine Ambiguität, die für sie wesenhaft ist.“

Bei Nino Klinglers Bewerbung lobte die Jury „umsichtige Beschreibungen von filmischen Verfahrensweisen und stringente Überlegungen, die das Gesehene verdichten und im Kontext eines Werkes beziehungsweise der Filmgeschichte [...] erhellen.“

Mit der Verleihung des nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannten Auszeichnung startet die MFG Filmförderung eine Initiative zur Stärkung des Kinos. „Die Veränderungen in Distribution und Rezeption von Film veranlassen uns zur gezielten Untersuchung, an welchen Stellen wir dabei helfen können, den Fortbestand der Kinolandschaft hierzulande zu sichern“, so MFG-Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer anlässlich der Preisverleihung.

Der Filmkritiker Rüdiger Suchsland würdigte die historische Bedeutung Siegfried Kracauers (1889 - 1966) in einer Rede, die das Unvollendete und Prozesshafte des Films wie der Kritik betonte. VdFk-Vorstandsmitglied Frédéric Jaeger wies auf das kommende 60-jährige Jubiläum des Verbands hin und den bereits lange gehegten Wunsch, „einen solchen Preis zur Ehrung herausragender und gesellschaftspolitisch relevanter Filmkritik zu vergeben und ihn nach Siegfried Kracauer zu benennen.“

Foto: VdFk/Kisorsy

PODIUM: KRITIK MACHT KINO

Diskussion zum Beitrag der Kritik für die Film- und Kinokultur

Samstag, 23.11.2013 um 16h im Arsenal Kino 1, Filmhaus am Potsdamer Platz, offen für alle, freier Eintritt ohne Anmeldung

Teilnehmer:

Jutta Brückner (Filmemacherin, Leiterin Sektion Film- und Medienkunst der Akademie der Künste)
Lars Henrik Gass (Leiter Kurzfilmtage Oberhausen)
Dominik Kamalzadeh (Redakteur Der Standard, kolik.film)
Cristina Nord (Redakteurin taz)
Bernard Payen (Kurator Cinémathèque Francaise, Semaine de la Critique Cannes).

Moderation: Frédéric Jaeger (Chefredakteur critic.de)

Beginn: 16.00 Uhr, Einlass: 15.45 Uhr

Was kann Kritik, was hat sie verlernt, wofür brauchen wir sie heute? Siegfried Kracauer hatte darauf Antworten, die mit seinem berühmten Satz zu ihrer gesellschaftskritischen Funktion noch immer heraufbeschworen werden. Zum ersten Mal verleiht die MFG Filmförderung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) einen Preis, der Kracauers Namen trägt und nachhaltig das Bewusstsein für die Bedeutung von Filmkritik stärken soll. Ausgezeichnet wird u.a. die beste Filmkritik des Jahres. Ausdruck der stets umkämpften Selbstbestimmung der Kritik wird am selben Tag auch eine Podiumsdiskussion sein, die nach dem Beitrag der Kritik für die Kinokultur forscht. Das Panel ist Teil eines Filmkritik-Kongresses des VdFk mit Workshops und Arbeitstreffen. 

PODCAST - FILM UND KRITIK 3 - WER LIEST DAS? FILMKRITIK UND IHR PUBLIKUM

Podcast zum Nachhören

Am Dienstag, 15.10.2013 fand in der Akademie der Künste die dritte Veranstaltung der Reihe "Film + Kritik" unter dem Titel "Wer liest das? Filmkritik und ihr Publikum" statt. Die in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik organisierte Diskussion mit Gertrud Koch, Ekkehard Knörer, Christiane Peitz und Jan Distelmeyer, moderiert von Wilfried Reichart und mit einer Einführung von Claudia Lenssen, können Sie hier nachhören oder als mp3-Datei herunterladen.

Das Podium; Wilfried Reichart (Moderation), Gertrud Koch, Ekkehard Knörer, Christiane Peitz, Jan Distelmeyer (v.l.)

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STELLUNGNAHME ZUR AKTUELLEN DEBATTE üBER DIE FILMFöRDERUNG

Filmförderung auf bessere Grundlage stellen, um die Zukunft des deutschen Kinofilms langfristig zu sichern!

Berlin, 9. Oktober 2013

Der Verband der deutschen Filmkritik begrüßt die intensive öffentliche Diskussion der Praxis der deutschen Filmförderung im Gefolge der gestrigen Anhörung beim Bundesverfassungsgericht von vier Verfassungsbeschwerden, die sich gegen die Heranziehung zur Filmabgabe nach dem Filmförderungsgesetz (FFG) richten.

Eine eingehende Überprüfung der Förderpraxis ist nach unserer Überzeugung bei aller grundsätzlichen Anerkennung der wertvollen Arbeit der Filmförderungsanstalt (FFA) ebenso notwendig, wie die Präzisierung ihres Auftrags.

Der in manchen Stellungnahmen aus Teilen der deutschen Filmbranche erweckte Eindruck, beim derzeitigen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gehe es lediglich um die Sicherung der bestehenden Praxis einer Filmabgabe durch Kinobetreiber, Videotheken und Fernsehsender, ist falsch. Die für die Zukunft der Förderung zentrale Frage ist vielmehr die Legitimation der Entscheidungsprozesse der Filmförderungsanstalt (FFA). 

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SIEGFRIED-KRACAUER-PREIS 2013

Die MFG verleiht in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik erstmals einen Preis für Filmkritik

Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg startet eine Initiative zur Stärkung der deutschen Kinolandschaft. Als ersten Baustein dieser Aktivitäten verleiht die MFG in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik erstmals einen Preis für Filmkritik. Die nach dem herausragenden Filmtheoretiker Siegfried Kracauer benannte Auszeichnung wird am 23. November 2013 in Berlin verliehen.


Unter der neuen Internetseite www.siegfried-kracauer-preis.de stehen weitere Informationen und ab sofort die Antragsunterlagen bereit.


Ansprechpartnerin:
MFG Filmförderung
Maria Gomez
0711 90715-416
gomez@mfg.de

PODCAST UND PRESSESTIMMEN: WIE ENTSTEHEN HYPES?

Die Veranstaltung in der Akademie der Künste zum Nachhören.

Am Montag, 3.6.2013 fand in der Akademie der Künste die zweite Veranstaltung der Reihe "Film + Kritik" unter dem Titel "Wie entstehen Hypes? Mechanismen der Filmkritik" statt. Die in Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Filmkritik organisierte Debatte zwischen Bert Rebhandl und Georg Seeßlen, mit einer Einführung von Frédéric Jaeger, können Sie hier nachhören oder als mp3-Datei herunterladen. Darunter finden Sie die Thesen und Fragen des Vortrags.

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FORDERUNGEN FILMERBE

Berlin, 26. November 2013
UNSER FILMERBE IST IN GEFAHR

Liebe Mitglieder,

anbei senden wir Euch die Petition von Jeanpaul Goergen, Professor Helmut Herbst und Professor Klaus Kreimeier zur Rettung des Filmerbes an Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien. Wir unterstützen diese Petition, die wir bereits unterzeichnet haben und sehen es auch als unsere Aufgabe, uns in der Zukunft weiter mit der Thematik auseinandersetzen.

Es werden weiterhin Unterschriften gesammelt - bisher sind es über 300.

Deshalb: Gerne verbreiten, unterschreiben und bekannt machen.

Herzliche Grüße Dunja Bialas, Jennifer Borrmann, Frédéric Jaeger, Claus Löser, Dennis Vetter

Petition: Unser Filmerbe ist in Gefahr

"Jeanpaul Goergen (Filmhistoriker), Prof. Helmut Herbst (Filmemacher) und Prof. Dr. Klaus Kreimeier (Publizist und Medienwissenschaftler) erklären: Wenn die Politik den fortschreitenden chemischen Zerfall unseres Filmbestandes weiter ignoriert, müssen wir in den kommenden Jahren mit dem Verlust der meisten Filme aus den letzten hundert Jahren rechnen. Die kostbaren analogen Original-Negative und Unikate unseres Film-Erbes zerfallen lautlos, ohne Aufsehen zu erregen, ohne ein neues Leben zu erhalten und unter behördlicher „Aufsicht“. Im „Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks“ (Walter Benjamin) ist ausgerechnet die Filmkunst davon bedroht, dass der größte Teil ihres Bestandes nicht mehr reproduziert werden kann und stirbt.

Am meisten Sorgen bereiten den Filmarchiven neben den leicht entflammbaren Nitro-Filmen auf Zelluloid aus den ersten fünfzig Jahren der Filmgeschichte jene Werke, die seit den fünfziger Jahren auf dem sogenannten Safety-Material Azetat aufgenommen wurden: Kinofilme, 8- und 16mm-Filme, Fotonegative, Magnet- und Mikrofilme, ferner alle Negative und deren Kopien in Farbe oder Schwarzweiß. Wenn dieses Material, wie im Normalfall, in einfach klimatisierten Räumen lagert (bei 20 Grad Celsius und 50% Luftfeuchte), hat es eine garantierte Lebenserwartung von nur 44 Jahren. Jenseits dieser vom Image Permanence Institute (Rochester, N.Y.) ermittelten Mindesthaltbarkeit beginnt das unkalkulierbare Risiko.

Das bewegte Bild hat nur ein Leben in seiner fortwährenden Reproduktion. Das ist sein Wesen. Ein einzelnes analoges oder digitales Film-Original ist immer vom Infarkt bedroht, mechanisch, chemisch oder durch Datenverlust. Wir müssen umdenken: Das bewegte Bild zu konservieren, bedeutet seine ununterbrochene Reproduktion auf höchstem technischen Niveau. Nur so besteht eine Gewähr, dass es sich im kulturellen Gedächtnis der Nation verankern kann.

Um die Digitalisierung des Film-Erbes zu meistern, schlagen wir vor, aus dem Verbund der deutschen Kinematheken heraus eine zentrale Koordinierungsstelle zu schaffen. Sie muss das bei den deutschen Filmarchiven vorhandene Fachwissen bündeln, die Digitalisierung vorbereiten und die Konditionen der Auftragsvergabe an die technischen Film- und Fernsehbetriebe aushandeln. Diese gewaltige Aufgabe kann nur von allen deutschen Archiven gemeinsam gestemmt werden. Ohne eine enge Kooperation mit den derzeit noch existierenden Filmkopierwerken und Bildverarbeitungsfirmen ist die anstehende Arbeit nicht zu leisten. Wenn es das dort vorhandene Filmwissen eines Tages nicht mehr geben sollte, hat sich das Problem von selbst erledigt.

Frankreich stellt für die Digitalisierung und Umkopierung seines Film-Erbes in einem Zeitraum von sechs Jahren 400 Millionen Euro bereit. In Deutschland stehen gerade einmal mal zwei Millionen jährlich für ein paar prominente Filmtitel zur Verfügung. Um den drohenden Untergang unserer Bestände abzuwenden, werdenbis zum Ende dieses Jahrzehnts Investitionen von etwa 500 Millionen Euro benötigt.

Wir fordern eine Initiative zur Digitalisierung der gefährdeten Filmbestände auf Bundesebene. Von der zukünftigen Bundesregierung erwarten wir eine sichere und substanzielle Finanzierung. Die Bewahrung unseres Film-Erbes ist eine nationale Aufgabe für die Zukunft. Dieses Erbe muss dauerhaft gesichert werden, um auch im digitalen Zeitalter sichtbar und verfügbar zu bleiben. Der Bund muss daher das Bundesarchiv-Filmarchiv als das zentrale deutsche Filmarchiv sowohl personell als auch finanziell stärken und die Digitalisierung des deutschen Filmerbes durch die Einrichtung eines dauerhaften Fonds fördern. Ob den entsprechenden Zusicherungen im Koalitionsvertrag vom 26. November 2013 Taten folgen werden, wird von uns genau beobachtet werden."

 

 

 

Berlin, den 26. November 2012

"AUS DEN AUGEN AUS DEM SINN - die Verantwortung der Deutschen Filmbranche für ihr Erbe"

Deutschland braucht ein breites Bündnis, damit die Schätze des deutschen und internationalen Films ihren Glanz auch im Digitalen Zeitalter auf der Leinwand und auf dem Bildschirm entfalten können. Die Bundesregierung, die Bundesländer, die Filmwirtschaft sowie die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender müssen an einem Strang ziehen, um das Umspiel der analogen 35mm-Kopien auf digitale Datenträger zu finanzieren.

Dies ist das Fazit des Forums „Aus den Augen aus dem Sinn - die Verantwortung der Deutschen Filmbranche für ihr Erbe", zu dem der Verband der Deutschen Filmkritik in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und dem „Filmdienst" auf dem Cinefest Hamburg eingeladen hatte. Als Gäste konnte der Verband Christine Grieb, Geschäftsführerin des VTFF, Martin Aust, Metropolis Kino Hamburg, Peter Dinges, Vorstand der FFA und Ernst Szébedits, Vorstand der Murnau-Stiftung Wiesbaden, begrüßen.

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Digitalisierung seins Filmerbes hinterher. Nur 460.000 Euro stellte die Bundesregierung in diesem Jahr bereit, 2013 werden es 1 Million Euro sein. Die Filmwirtschaft beteiligt sich an den Kosten über die Filmförderungsanstalt 2012 mit einer Million Euro, 15.000 Euro können pro Film von den Rechteinhabern beantragt werden. Innerhalb weniger Wochen lagen dort Förderanträge im Wert von knapp zwei Millionen Euro vor.

Um den gewaltigen Finanzbedarf bei der Digitalisierung des deutschen Filmerbes zu sichern und die Voraussetzung zu schaffen, dass die Filme einer breiten Öffentlichkeit zugänglich bleiben , ist die finanzielle Beteiligung der Bundesländer und der Fernsehsender, insbesondere der öffentlich-rechtlichen Sender mit ihrem Kultur- und Bildungsauftrag, unumgänglich. ARD und ZDF müssen wieder attraktive Sendeplätze für die Schätze des deutschen Films schaffen und sich an den Kosten für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes beteiligen.

VDFK FORDERT PRESSEVORFüHRUNG DES SCHWEIGER-FILMS

Köln, den 18. September 2012
Dem Vorstand des Verbandes der Deutschen Filmkritik wurde von der Pressestelle des Warner Bros. Filmverleihs mitgeteilt, dass es keine Pressevorführungen zum Film „Schutzengel" von Til Schweiger geben wird. Das hat uns überrascht, scheint der Film doch künstlerisch so gelungen, dass er von den Produzenten für die Nominierung als deutscher Kandidat für die Verleihung des Oscars für den Besten Nichtenglischsprachigen Film vorgeschlagen wurde.

Die Entscheidung hat uns andererseits nicht überrascht. Seit dem Start von „Keinohrhasen" werden alle Filme des Regisseurs Til Schweiger der Presse nicht oder nur einem handverlesenen Kreis von Berichterstattern rechtzeitig gezeigt. Die Mehrheit der Kritiker wird hingegen ausgeschlossen, die kritische Auseinandersetzung mit dem Werk ist offenkundig nicht gewollt.

Der Verband protestiert gegen diese unfaire Benachteiligung von Journalisten und fordert den Warner Bros. Filmverleih auf, allen Journalisten die Möglichkeit zu geben, sich rechtzeitig über den Film zu informieren.

Der Verband fordert des weiteren Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, auf, derartigen Zensurbemühungen und der Behinderung der Arbeit der Presse innerhalb der anstehenden Novellierung des Filmförderungsgesetzes und durch eine Änderung der Richtlinien für die Vergabe von Mitteln des DFFF ein Ende zu setzen. Wer Steuergelder für die Produktion seines Filmes beansprucht oder Gelder aus einem Solidaritätsfonds der Filmbranche, der durch ein Bundesgesetz entsteht, sollte verpflichtet werden, seinen Film mindestens eine Woche vor Bundesstart in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig München und Stuttgart allen interessierten Filmjournalisten zugänglich zu machen.


EINFüHRUNG EINES LEISTUNGSSCHUTZRECHTS

Stellungnahme des VdFK zur Einführung eines Leistungsschutzrechts durch die Bundesregierung.
Der Verband der deutschen Filmkritik (VDFK) lehnt das geplante Gesetz zur Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage ab. Er fordert die Bundesregierung auf, das Gesetzesvorhaben in der angestrebten Form nicht weiter zu verfolgen.

Der VDFK bestreitet keineswegs die schützenswerten Leistungen der Verlage. Um dies in den deutschen Rechtskanon zu integrieren, reicht aber eine Novellierung des Urheberrechtsgesetzes.

Zweifellos muss das das Urheberrecht den Erfordernissen des Digitalen Zeitalters angepasst werden. Der VDFK lehnt aber alle Vorschläge ab, den Schutz des Urhebers aufzuweichen oder nicht eindeutig zu regeln.

Wir teilen die Bedenken von ver.di und DJV gegen den ersten Entwurf des Gesetzes. In seiner vorliegenden Form gefährdet es die Informationsfreiheit. Anstatt Rechtssicherheit zu schaffen, droht Rechtsunsicherheit. Der Entwurf schränkt das Zitatrecht sogar so weit ein, dass es faktisch nicht mehr existiert. Das ist weder im Sinne der Arbeit von Journalisten noch kann es im Sinne der Verlage sein.

Der VDFK wird nicht hinnehmen, dass das Leistungsschutzgesetz nicht klärt, wie die Urheberechte der Schöpfer abgegolten werden. Wir fordern klare Regeln, wie Journalisten vergütet werden. Ihnen sollten als Urheber mindestens 70% der Erlöse zustehen.

Weiterhin plädiert der VDFK dafür, die Urheberrechte der Journalisten pauschal abzugelten - nach dem bewährten Modell der Verwertungsgesellschaften. Wir wollen keineswegs die Nutzung von Fotos, Texten oder Filmen für private, wissenschaftliche oder schulische Zwecke einschränken. Das bewährte Modell, diese Rechte über eine Geräteabgabe, Leermittelabgabe u.ä. abzugelten, muss daher aktualisiert und an die die Gepflogenheiten der digitalen Medienwelt angepasst werden.

Durch die Gesetzesinitiative zum Leistungsschutzrecht für Verlage werden die Rechte der Künstler massiv beschnitten werden. Autoren, Fotografen und Filmemacher werden der Willkür der Verlage ausgeliefert. Damit droht der Tarifvertrag für freie Journalisten zur Abgeltung der Rechte - bei der gleichzeitigen Publikation von Texten in Printmedien und im Internet - endgültig zu Makulatur zu werden, zumal der Tarifvertrag schon heute nur von wenigen Verlagen eingehalten wird. Das Brutto-Durchschnittseinkommen freier Journalisten würde also in Zukunft weiter sinken: es lag nach einer Umfrage des DJV schon 2008 bei nur noch 16.900 Euro im Jahr.

Der VDF fordert deshalb, die gesellschaftliche und politische Diskussion zur Novellierung des Urheberrechts endlich auf den Schutz der Kreativen zu fokussieren. Im gegenwärtig ausgetragenen Streit zwischen Nutzern und Verwertern droht ansonsten den Urhebern die wirtschaftliche Grundlage entzogen zu werden.

BEWAHRUNG DES FILMERBES IN DEUTSCHLAND

Köln, den 9. November 2011

Bund und Länder müssen zu ihrer Verantwortung zur Bewahrung des Filmerbes in Deutschland stehen

Heute, am 9. November, findet im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags ein Expertenhearing zur Bewahrung des deutschen Filmerbes statt. Der Verband der Deutschen Filmkritik bedankt sich bei den Abgeordneten für die Möglichkeit, seine Ideen in die Anhörung einbringen zu können. Der VDFK fordert die unverzügliche Einführung einer Pflichtregistrierung aller in Deutschland entstehenden filmischen Werke, wie sie international längst Standard ist.

Das Hauptaugenmerk muss im Moment darauf gelegt werden, dass das Filmerbe auch für künftige Generationen im Digitalzeitalter zugänglich bleibt. Die dabei entstehenden Kosten können die Rechteinhaber nicht alleine schultern. Sie brauchen nach dem Vorbild von Frankreich und China die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung. Auch die Länder müssen sich der Verantwortung für die Bewahrung dieses Teils des deutschen Kulturerbes stellen.

Archive bieten eine kostengünstige und technisch optimale Lagerung der Ausgangsmaterialien an, die Rechte der Urheber bleiben garantiert. Um die Aufgabe der physischen Sicherung des Filmerbes weiterhin erfüllen zu können, müssen die Archive des Kinemathekenverbunds personell und finanziell aus den Etats von Bund und Ländern gestärkt werden.

Nicht zuletzt sollte sich die deutsche Filmwirtschaft auch selbst ihrer solidarischen Verantwortung für die Bewahrung des deutschen Filmerbes stellen. Der Verband der Deutschen Filmkritik fordert, dass künftig je zwei Prozent oder je eine Million Euro des Etats der Filmförderungsanstalt für die Arbeit des Bundesarchiv/Filmarchivs sowie für einen von der FFA verwalteten Fonds zur Unterstützung von Digitalisierungsvorhaben zur Verfügung gestellt werden.


Ausführliche Stellungnahme des VDFK
Wir haben vom Kulturausschuss des Bundestages die Gelegenheit bekommen, uns zu den Problemen der Archivierung und Digitalisierung des Filmerbes anhand eines Fragebogens zu äußern. Hier finden Sie unsere Stellungnahme als PDF .

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