"WESTERN" MIT DEM PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK AUSGEZEICHNET

Der Verband der deutschen Filmkritik kürt „Western“ zum besten Film des Jahres und ehrt den Festivalleiter Werner Ružicka für seinen Verdienst um den deutschen Dokumentarfilm.

Am Montag verlieh der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) in 12 Kategorien den Preis der deutschen Filmkritik. Die KritikerInnen kürten an diesem Abend „Western“ von Valeska Grisebach zum besten Spielfilm des Jahres 2017. Darüber hinaus wurde Meinhard Neumann für seine Rolle im Film mit dem Preis des besten Hauptdarstellers geehrt. In der Kategorie Drehbuch gewannen Heinz Emigholz und Zohar Rubinstein. Als bestes Spielfilmdebüt wurde Julian Radlmaiers „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ ausgezeichnet. Zwei Preise gewann Angela Schanelecs „Der traumhafte Weg“: Reinhold Vorschneider erhielt für seine Arbeit den Preis in der Kategorie beste Kamera und Angela Schanelec sowie Maja Tennstedt wurden für den besten Schnitt gekürt. Das Duo Clara Schramm und Naomi Achternbusch wurde für die darstellerische Leistung in „Blind & Hässlich“ von Tom Lass ausgezeichnet. In der Kategorie Musik gewannen Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Athaassios Christos Macias, Roman Flügel, David Moufang, Romuald Karmakar mit ihrem Score zu „Denk ich an Deutschland in der Nacht“.

Martin Baltscheits Fabel „Nur ein Tag“ wurde zum besten Kinderfilm des Jahres gewählt. Bester Dokumentarfilm 2017 wurde Carolin Genreiths Vater-Tochter-Geschichte „Happy“. „Final Stage“ von Nicolaas Schmidt wurde zum besten Kurzfilm gewählt. Zum besten Experimentalfilm kürte die deutsche Filmkritik „Lass den Sommer nie wieder kommen“ von Alexandre Koberidze, der über eine Laufzeit von drei Stunden von den Nebensächlichkeiten des Lebens erzählt.

Den Ehrenpreis vergaben die FilmkritikerInnen an den 1947 geborenen Festivalleiter der Duisburger Filmwoche Werner Ružicka für seine intellektuell rigorose und leidenschaftliche Verteidigung des Dokumentarfilms in über 40 Jahren Schaffenszeit. In seiner Laudatio führte der Regisseur Pepe Danquart aus: „Getragen von seinem Erkenntnisinteresse am Besonderen der jeweiligen Filme, die er mitbringt, seine Hinweise auf das nicht Vordergründige, das leicht Übersehbare, auf das noch nie Gesehene bei diesem oder jenen - obwohl oft gesehenen - Film. […] Werner begeistert mit seinem Charme, seinem schon beschriebenen performativen Vermögen und seinem Humor wie kein anderer junge Leute für den Dokumentarfilm.“
 
Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik.

Das Pressedossier zu den Gewinnern mit den Begründungen der Juries und weiteren Informationen können Sie hier herunterladen.

Werner Ruzicka nimmt den Ehrenpreis entgegen
Werner Ružicka nimmt den Ehrenpreis entgegen (Foto: Lisa Vanovitch, www.lisa-vanovitch.de)

Laudator Lukas Stern und Moderatorin Loretta Stern
Laudator Lukas Stern und Moderatorin Loretta Stern (Foto: Lisa Vanovitch, www.lisa-vanovitch.de)

Gewinner des Preises der deutschen Filmkritik
Gewinner des Preises der deutschen Filmkritik (Foto: Lisa Vanovitch, www.lisa-vanovitch.de)

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PROTEST GEGEN BERLINALE-EMBARGO

Für bedingungslose Festivalberichterstattung, gegen Verhinderung von Filmkritik!
Verband der deutschen Filmkritik protestiert gegen Embargo-Regelung der Berlinale

Berlin, den 15.2.2018

Seit einigen Jahren gibt es auf der Berlinale die Praxis, mittels Embargo-Regeln die kritische Berichterstattung über das Programm einzuschränken. Ab diesem Jahr sollen alle Kritiken über Filme, die während des Festivals Weltpremiere haben, „erst nach Beginn der ersten öffentlichen Vorführung (Filmstart + 30 Minuten)“ veröffentlicht werden. Im Zuge ihrer Akkreditierung erklären sich laut Reglement alle Berichterstattenden „mit diesem Embargo einverstanden“. Im Fall von Verstößen droht der Akkreditierungsentzug. Andererseits sind neutrale oder positive Vorab-Berichterstattungen über das Programm des Festivals willkommen, wie zahlreiche Artikel in überregionalen Tageszeitungen zeigen.

Derartige Sperrfristen sind in der internationalen Filmfestivalwelt ohne Beispiel. Die Berlinale sollte sich an vergleichbar großen (A-)Festivals wie Cannes, Venedig oder Toronto orientieren.
Wir protestieren daher gegen die Embargo-Regelungen der Berlinale und appellieren an Berlinale-Direktor Dieter Kosslick, die Sperrfristen abzuschaffen und eine  Zusammenarbeit mit allen akkreditierten Pressevertretern sicherzustellen, die diese nicht in der Ausübung ihrer Tätigkeit hindert.

Kritischer Journalismus und die Unabhängigkeit der Berichterstattung sind heute wichtiger denn je!

Vorstand und Beirat des Verbands der deutschen Filmkritik

NOMINIERUNGEN FüR DEN PREIS DER DEUTSCHEN FILMKRITIK 2017 STEHEN FEST

„Streetscapes [Dialogue]“, „Western“, „Der traumhafte Weg“, „Casting" und „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes" und „Blind & Hässlich“ sind Favoriten für den Preis der deutschen Filmkritik 2017 – Ehrenpreis für Werner Ružicka

Berlin, 12.1.2018

Die Filme von Heinz Emigholz, Valeska Grisebach, Angela Schanelec, Nicolas Wackerbarth, Julian Radlmaier und Tom Lass gehen als Favoriten ins Rennen um den Preis der deutschen Filmkritik 2017. Die insgesamt 46 Nominierungen in 12 Kategorien verteilen sich auf 27 Filme.

Den diesjährigen Ehrenpreis erhält der 1947 geborene Werner Ružicka für seine Verdienste um die dokumentarische Filmkultur in Deutschland. Seit 1974 ist er Leiter der kommunalen Filmarbeit in Bochum, seit 1985 Leiter der Duisburger Filmwoche, der er in diesem Jahr zum letzen Mal vorstehen wird. Als Widerständler gegen die Konsensbildung hat er sich in seiner über 40-jährigen Schaffenszeit dem Dokumentarfilm intellektuell rigoros und leidenschaftlich wie kaum ein anderer verschrieben. 

Der Preis der deutschen Filmkritik wird seit mehr als 60 Jahren vom Verband der deutschen Filmkritik verliehen und ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird. Er richtet sich weder nach wirtschaftlichen, regionalen noch politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Der Preis wird in 12 Kategorien an deutsche Filme vergeben, die im vorhergehenden Kalenderjahr in den Kinos zu sehen waren. Die Verleihung wird im Rahmen der Berlinale am Montag, den 19. Februar 2018, in Anwesenheit der Nominierten stattfinden.

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